Irans Oberster Führer unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu Besuch in Qom

Ayatollah Khamenei (vermutl. Archivbild)

Zamaaneh, 19. Oktober 2010 – Bei seiner Ankunft in Qom verurteilte der iranische Oberste Führer Ayatollah Khamenei heute das zurückliegende Jahr der Proteste und erklärte die internationalen Sanktionen für wirkunsglos.

Iranischen Medien zufolge wurde Ayatollah Khamenei von der Bevölkerung warm empfangen; regierungskritische Webseiten berichten jedoch, dass sämtliche Schulen, Seminare und Büros in Qom heute geschlossen blieben, was darauf hindeutet, dass die Bevölkerung dazu angehalten wurde, sich zu Khameneis Rede einzufinden.

Die Berichte sprechen zudem davon, dass Khameneis Reise mit viel Aufwand und unter hohen Kosten bekannt gemacht wurde und dass die Stadt Qom unter flächendeckenden Sicherheitsvorkehrungen stand. An den Hauptverkehrsadern der Stadt blieben Geschäfte geschlossen und es gab strenge Verkehrskontrollen. Das Internet funktionierte nur langsam, wichtige Mitglieder der Geistlichkeit wurden von der Polizei aufgesucht, um ihre Teilnahme an der Versammlung zu gewährleisten.

Aus ungeklärten Gründen war Ayatollah Khameneis Reise um zwei Wochen verschoben worden.

[In seiner Ansprache] bezeichnete Ayatollah Khamenei die Proteste im letzten Jahr gegen den vermuteten Betrug bei der Wiederwahl von Mahmoud Ahmadinejad ins Präsidentenamt nochmals als einen von Systemfeinden organisierten Aufruhr.

„Die Wachsamkeit der Menschen während des Aufruhrs von 2009 hat das Land und die Bevölkerung gegen unsere politischen und sozialen Keime immun gemacht“, erklärte Khamenei und fügte hinzu, ein „Islam ohne Geistlichkeit“ und eine „Trennung von Religion und Politik“ seien „Taktiken der Welt-Arroganz (der USA)“. Alles, was „von ihnen angegriffen wird, muss von uns unterstützt werden.“

Die neuesten Sanktionen gegen Iran hätten keinerlei nennenswerten Druck auf das Leben der Menschen zur Folge, sagte Khamenei weiter, drängte die Regierung jedoch, in allen Fragen ihre Einheit zu bewahren.

Mahmoud Ahmadinejads Regierung hatte sich in den letzten Monaten eine Reihe von Auseinandersetzungen mit dem Parlament geliefert, in deren Verlauf sich der oberste Führer mehrfach zum Eingreifen gezwungen sah.

Ayatollah Khamenei wurde von mehreren Hardlinern aus den Reihen der Geistlichkeit in Qom empfangen. Darunter waren Mohammad Taghi Mesbah Yazdi, Ahmad Khatami und Mohammad Yazdi.

Mehrere Webseiten berichten, dass kein führender Vertreter der Geistlichkeit und der „Quellen der Nachahmung“ bei der Zusammenkunft zugegen war.

Eine Gruppe Geistlicher hatte vor Khameneis Reise nach Qom ein Statement veröffentlicht, in dem sie die Geistlichkeit warnte, ein Zusammentreffen mit Ayatollah Khamenei in Qom würde einer Billigung der durch die Regierung begangenen Verbrechen und Gewalttaten gegen die friedlichen Proteste im letzten Jahr gleichkommen.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 19. Oktober 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/10/iran-supreme-leader-in-qo.html

Payvand hat Fotos vom Besuch Khameneis in Qom veröffentlicht

Die staatliche Nachrichtenagentur Mehr zeigt Bilder des Treffens zwischen Khamenei, Ayatollah Abdollah Javadi Amoli und Ayatollah Hossein Nouri Hamedani

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