Iranische Parlamentarier fordern Bericht zu iranischer Finanzhilfe an Afghanistan

Zamaaneh, 26. Oktober 2010 – Sieben Abgeordnete des iranischen Parlaments haben Außenminister Manouchehr Mottaki wegen der Barzahlungen Irans an das Büro des afghanischen Präsidenten vorgeladen.

Iranischen Medienberichten zufolge haben die reformorientierten Parlamentarier bereits Fragen zu den Zahlungen formuliert und wollen wissen, wer diese Zahlungen authorisiert hat.

Darüber hinaus verlangen die Abgeordneten einen vollständigen Bericht über „die Summe der in den letzten fünf Jahren von Iran an Afghanistan geflossenen Finanzhilfe“.

Nach iranischem Gesetz hat der Außenminister 10 Tage Zeit, um auf diese Anfragen zu reagieren.

Am vergangenen Sonntag hatte die New York Times berichtet, dass der Leiter des afghanischen Präsidentenbüros regelmäßig Zahlungen vom iranischen Botschafter in Kabul erhalten habe.

Die iranische Botschaft in Kabul dementierte die Berichte zunächst. [Der afghanische Präsident] Hamid Karzai bestätigte den Bericht jedoch später und erklärte, die Zahlungen seien vollkommen legal gewesen.

In einem Statement, das er während einer Tadschikistan-Reise abgab, wies Hamid Karzai Vermutungen der New York Times zurück, dass die Zahlungen illegal gewesen seien und eine Verstärkung des iranischen Einflusses in Afghanistan zum Ziel hatten. Iran zahle ein- bis zweimal pro Jahr etwa 500 000 bis 700 000 Euro an Afghanistan; mit dem Geld würden administrative Kosten gedeckt, so Karzai.

Karzai unterstrich, dass Mohammad Omar Davoudzi, Büroleiter Karzais und früherer afghanischer Botschafter in Iran, das Geld in seinem Auftrag entgegengenommen habe und dies auch weiterhin tun werde.

Der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast gab heute bekannt, dass die Hilfe für Afghanistan zu Zeiten des ehemaligen iranischen Präsidenten Mohammad Khatami begonnen habe und bis heute fortgeführ werde.

US-Außenamtssprecher Philip Crowley ließ verlautbaren, er stelle iranische Finanzhilfe für Afghanistan nicht in Frage, glaube aber, dass die Afghanen ihre Zukunft ohne Druck aus den Nachbarländern selbst gestalten müssten.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 26. Oktober 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/10/iranain-parliament-wants.html

Anm. d. Übers.: Der New York Times zufolge erfolgte der Transfer dieser selbstredend hochoffiziellen Gelder in bar und mittels Plastiktüten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?

s. dazu auch das Feature bei RFE/RL: Afghan ‚Money Bags‘ Point To Wider Iranian Out-Reach Strategy Toward Neighbors

2 Antworten zu “Iranische Parlamentarier fordern Bericht zu iranischer Finanzhilfe an Afghanistan

  1. Pingback: News vom 27. Oktober « Arshama3's Blog

  2. Mottaki sagt die Menge und die sieben glauben? LOL

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