Justizvertreter: Die Amputationsstrafe ist eine große Ehre für uns

RAHANA, 27. Oktober 2010 – Der oberste Vertreter der Justizbehörde sagte in Bezug auf das Amputationsurteil im Fall des Diebes in Yazd: „Dieses Urteil ist vollstreckt worden in Übereinstimmung sowohl mit göttlichem Recht als auch mit dem Recht des Landes und es wird auch in Zukunft vollstreckt werden, wenn es als passend in Übereinstimmung mit dem Recht gesehen wird.“

Laut Nachrichtenquellen sagte Ebrahim Raeesi anlässlich einiger Treffen mit den Leitern von Polizeibehörden in Bezug auf dieses Urteil: „Alle Strafen, die nach dem Recht zulässig sind, werden auch vollstreckt, auch wenn die Strafen sich im Einzelfall je nach vorliegendem Fall und seiner strafrechtlichen Verfolgung unterscheiden können.“

Er fügte hinzu: „Wenn das Urteil vom Vorsitzenden Richter verkündet ist, dann muss es auch vollstreckt werden, die Amputationsstrafe hat es schon immer gegeben, sie stammt nicht aus jüngerer Zeit.“

Der oberste Vertreter der Justizbehörde sagte unter Betonung, daß die Amputationsstrafe mit göttlichem Recht übereinstimmt: „Dieses göttliche Recht ist eine große Ehre für uns“ und fügte hinzu: „Die Strafe für Diebstahl ist festgelegt in Übereinstimmung mit dem Recht des Falles und die Fakten sind vom Vorsitzenden Richter überprüft worden.“

Übersetzung aus dem Englischen: Günter Haberland
Veröffentlicht bei RAHANA am 27. Oktober 2010
Quelle (Englisch): http://www.rahana.org/en/?p=7771

2 Antworten zu “Justizvertreter: Die Amputationsstrafe ist eine große Ehre für uns

  1. Pingback: First Deputy of Iran’s Judiciary: Hand Amputations a Source of Great Honour & Pride | Persian2English

  2. Mit Menschenrechten oder Grausamkeit von Strafen lässt sich schlecht gegen die Scharia argumentieren, weil sie durch Tradition und Glaube belegt ist.
    Man muss sie mit ihren eigenen Argumenten schlagen. Das „göttliche Recht“ gerät zur Farce, bestraft man mit großem Tamtam lediglich die Schokoladendiebe. Im wirtschaftlichen und öffentlichen Sektor gibt es jedoch zahlreiche Hinweise darauf, dass sich die Leute an öffentlichen Geldern bereichern. Wenn man sich mit Beziehungen vor Strafe schützen kann, wozu braucht man dann ein Gesetz?
    Die Korruption ist oft so auffallend, dass die Vorbildfunktion der Offiziellen zum Witz gerät. Verständlich, dass angsichts solcher Inkonsequenz niemand Vertrauen in die Gerechtigkeit der Regierenden setzt. Es wird genommen als das, was es ist: Repression der „Niedrigen“ durch die „Hohen“. Das aber ist eine Zeitbombe.

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