IDFA zeichnet „Irans anonyme Filmemacher“ aus

Zamaaneh, 25. November 2010 – Das Internationale Dokumentarfilmfestival Amsterdam  (IDFA) hat die „anonymen Filmemacher“ ausgezeichnet, die die Proteste der iranischen Bevölkerung nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009 in Bildern festgehalten haben.

Wie die Webseite des Festivals mitteilt, wird der holländische Menschenrechtsbotschafter die Auszeichnung an „The Silent Majority Speaks“ vergeben – eine Zusammenstellung von Filmen und Bildern der Proteste nach der Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads in 2009.

Aus Sicherheitsgründen wird die iranische Frauenrechtlerin Mahboubeh Abbasgholizadeh den Preis im Namen der anonymen Gruppe der Filmemacher entgegennehmen.

Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, gestiftet von Pathe Tuschinski, dem ältesten Filmtheater Amsterdams.

Laut Festival-Webseite handelt es sich bei „The Silent Majority Speaks“ um die Arbeit eines anonymen Kollektivs, in der die Sehnsucht junger Iraner nach Veränderungen portraitiert wird, die sich in den Protesten gegen die vermutete Wahlfälschung bei der Präsidentschaftswahl von 2009 äußerte. „Bei dem Film handelt es sich um eine 93minütige Zusammenstellung von 14 Filmen, die mit Handykameras während der von Unruhen und Gewaltausbrüchen begleiteten Straßenproteste aufgenommen wurden, bei denen mehrere Demonstranten getötet wurden.“

Gesponsert wurde der Film von HIVOS, einer humanitären holländischen Organisation, die Filmemacher in Afrika, Asien und Südamerika unterstützt.

Mahboubeh Abbasgholizadeh wird nach der Entgegennahme der Auszeichnung eine Pressekonferenz geben. In einem Interview mit Radio Zamaaneh sagte sie: „Da ich mich in letzter Zeit auf den ‚Bürgerjournalismus‘ als Weg des Protestes in der demokratischen Frauenbewegung konzentriert habe, fühle ich mich sehr geehrt, im Namen der anonymen Filmemacher, die die historischen Ereignisse in Iran während der jüngsten Proteste aufgenommen haben, diesen Preis entgegennehmen zu dürfen.“

Mahboubeh Abbasgholizadeh wird am 5. Dezember in Deutschland mit dem Johann Philipp Palm-Preis für Ausdrucks- und Pressefreiheit ausgezeichnet.

Abbasgholizadeh hatte Iran in diesem Jahr verlassen und war von der iranischen Justiz in Abwesenheit zu 2 Jahren Gefängnis und 30 Peitschenhieben verurteilt worden.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 25. November 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/11/idfa-awards-irans-anonymo.html

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