Rahnavard verurteilt beispiellose „politische Gewalt gegen Frauen“ in Iran

Zamaaneh, 25. November 2010 – Anlässlich des Internationalen Tages der Abschaffung der Gewalt gegen Frauen hat Zahra Rahnavard in einem Brief an den iranischen Justizchef Ayatollah Sadegh Larijani die Situation der Frauen in Iran kritisiert. Laut Kalemeh drängt Rahnavard Ayatollah Larijani, „aktiv zu werden, um die Menschen und insbesondere die Frauen vor der gegenwärtigen politischen Gewalt zu schützen, bevor es zu spät ist.“

Bezug nehmend auf die unzähligen weiblichen politischen Gefangenen und Ehefrauen und Mütter von politischen Gefangenen erklärt die Oppositionsführerin: „Nie zuvor haben wir im Laufe unserer Geschichte derartige politische Gewalt des Staates gegen seine Bevölkerung, vor allem gegen die Frauen, erlebt.“

Rahnavard schreibt: „Wir, die Frauen, haben im kulturellen und rechtlichen Bereich und im Wertesystem der Gesellschaft und der Familie immer unter gewaltsamer Diskriminierung zu leiden gehabt.“

Sie habe viele Male die 30 Jahre währenden Vorurteile, Einschränkungen und geschlechtsspezifische Gewalt angeprangert, unter der Frauen zu leiden haben. „Die jüngste politische und militärische Gewalt schlägt eine neue Seite in diesem umfangreichen Buch der Gewalt gegen Frauen auf“, so Rahnavard.

Die Oppositionsführerin spielt dabei auf die vielen Frauen an, die bei der gewaltsamen Niederschlagung der friedlichen Proteste nach der 10. Präsidentschaftswahl von 2009 verhaftet, verletzt und sogar getötet wurden.

Rahnavard zufolge seien in den iranischen Gefängnissen Folter und bewusstseinsverändernde Medikamente eingesetzt worden, um den Frauen Geständnisse abzupressen. Diese hätten ständige körperliche Verletzungen zur Folge.

Sie verweist auf die Verhaftung mehrerer Anwältinnen, die eigentlich Berufsimmunität genießen sollten, um ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen zu können.

Wenn das Land in Übereinstimmung mit den vergessenen Werten der Revolution geführt würde, so Rahnavard, wäre es zu derartiger „Abweichung und Unterdrückung nicht gekommen.“

Zahra Rahnavard, die ihren Ehemann Mir Hossein Moussavi in der Präsidentschaftswahl 2009 [als Gegenkandidat Mahmoud Ahmadinejads]  unterstützte, hat immer wieder in Statements die staatliche Gewalt gegen politische Gefangene der Zeit nach der Wahl verurteilt und sich für die Rechte von Frauen stark gemacht.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 25. November 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/11/rahavard-condemns-unprece.html

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