Iranischer Geistlicher gegen Teilnahme weiblicher Athletinnen an Wettkämpfen im Ausland

Khadijeh Azadpour, Goldmedaillen-Gewinnerin bei den 16. Asien-Spielen

RFE/RL, 2. Dezember 2010 – Ein wichtiger iranischer Geistlicher hat sich gegen die Teilnahme weiblicher Sportlerinnen an Wettkämpfen im Ausland ausgesprochen – nur wenige Tage, nachdem die Islamische Republik ihre größte Delegation weiblicher Athletinnen seit Jahren zu den Asien-Spielen entsandt hatte. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

Großayatollah Safi Golpayegani sagte am 30. November, es sei eine „Schande“, iranische Sportlerinnen zu internationalen Sportereignissen zu schicken, dies dürfe nicht erlaubt werden.

Unmittelbar vorausgegangen war die Entsendung von 88 iranischen Sportlerinnen zur Teilnahme der Asien-Spiele 2010 nach China – die größte Abordnung iranischer Sportlerinnen seit der Revolution von 1979. Die Athletinnen gewannen mehr als ein Dutzend Medaillen, u. a. Khadijeh Azadpour, die in der Kampfsportart Wushu eine Goldmedaille holte.

Der 91jährige Golpayegani, ein in Qom ansässiger Geistlicher und „Quelle der Emulation“, ist nicht der erste konservative Geistliche, der sich über die Teilnahme iranischer Sportlerinnen an internationalen Wettkämpfen im Ausland beklagt.

Ahmad Alamolhoda, der Leiter der Freitagsgebete in Mashhad, argumentierte im Jahre 2008, es käme einer „Kriegserklärung gegen islamische Werte“ gleich, iranische Sportlerinnen zu den Olympischen Spielen in Peking zu schicken und bei der Eröffnungszeremonie eine Ruderin die iranische Flagge tragen zu lassen.

Der in Dänemark lebende Sportexperte Mehdi Rostampour sagte gegenüber Radio Farda, die Behörden fühlten sich vom Erfolg der iranischen Athletinnen bei den 16. Asien-Spielen in Guangzhou verunsichert.

Ayatollah Abbas Kabi, Mitglied der Gesellschaft der Seminarlehrer in Qom, kritisierte das iranische staatliche Fernsehen für die Übertragung von Wettkämpfen weiblicher Athleten. Dies sei „bedauerlich“ und „bizarr“.

Rostampour zufolge befürchten die Behörden, in Zukunft weibliche iranische Sportlerinnen nicht mehr von der Teilnahme an internationalen Ereignissen hindern zu können: „Sie wollen dieses junge Pflänzchen vernichten, bevor es zu stark wird.“

Veröffentlicht bei Radio Free Europe/Radio Liberty am 2. Dezember 2010
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/article/2237033.html

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