Inhaftierter Arbeiteraktivist in kritischem Gesundheitszustand

Reza Shahab

Zamaaneh, 11. Dezember 2010 – Der inhaftierte Arbeiteraktivist Reza Shahabi, der am 4. Dezember in einen trockenen Hungerstreik getreten war, ist in kritischer gesundheitlicher Verfassung.

Der Organisation International Campaign for Human Rights (ICHRI) zufolge berichtete seine Ehefrau  Zohreh Rezai, dass ihr Mann mit seinem Hungerstreik gegen seine ungeklärte rechtliche Situation protestiert und seinen Hungerstreik so lange fortsetzen will, bis sein Status von der Justiz geklärt ist.

Shahabi, Mitglied der Gewerkschaft der Busbetriebe in Teheran und Umgebung, war vor vier Jahren wegen seiner Gewerkschaftsaktivitäten gefeuert worden. Er wurde am 12. Juni dieses Jahres verhaftet und verbrachte 40 Tage in Einzelhaft. Bisher wurde noch keine Anklage gegen ihn erhoben.

Seine Frau berichtet: „Als ich ihn heute besucht habe, fiel mir auf, dass er nicht mehr gehen kann. Er war sogar zu schwach zum Sprechen. Er war in einem furchtbaren Zustand. Viele seiner Freunde und Kollegen haben mich gebeten, ihm auszurichten, dass er seinen Hungerstreik beenden soll,  aber er will seinen Hungerstreik so lange fortsetzen, bis sein rechtlicher Status geklärt ist. Er ist jetzt seit sieben Monaten im Gefängnis, und wir wissen immer noch nicht, was ihm zur Last gelegt wird.“

„Sie wollten ihn vor zwei Monaten gegen Kaution freilassen. Zuerst war die Rede von 60.000 Dollar [Kaution], und dann sollten wir plötzlich 100.000 Dollar hinterlegen. Und obwohl wir das Geld aufgebracht haben, ist er immer noch nicht freigelassen“, so Zohreh Rezai weiter.

Durch die Inhaftierung Shahabis ist seine Familie in eine große Notlage geraten, da er als einziger in der Familie für den Lebensunterhalt sorgt.

Zwei weitere Mitglieder der Busfahrergewerkschaft Sherkat-e Vahed, Mansour Osanloo und Saeed Aboutorabian, sind wegen ihrer Gewerkschaftsaktivitäten ebenfalls inhaftiert.

ICHRI fordert die sofortige Freilassung Reza Shahabis und macht „die iranischen Behörden für seine Gesundheit verantwortlich“.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 11. Dezember 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/12/detained-iranain-labour-a.html

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