Iranischer Oppositionsführer für die Bildung einer Oppositionsfront

Mir Hossein Moussavi

Zamaaneh, 12. Dezember 2010 – Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi unterstützt eigenen Angaben zufolge die Bildung einer vereinigten Front aller oppositionellen Bewegungen in Iran.

In einem Interview mit der Internetseite Ghalam Sabz sagte Moussavi, der bisher immer gegen die Vorstellung einer zentralisierten Opposition war und die Opposition immer als untereinander verbundene soziale Netzwerke verstand, er unterstütze nunmehr eine vereinigte Organisation „so lange diese die Form einer Koalitionsfront hat, in deren Formation das Selbstverständnis als Weggefährte [„companion“] der Grünen Bewegung und anderer Graswurzelorganisationen wie Arbeiter-, Frauen-, Studenten- und Lehrerbewegungen verankert ist, und die nicht die Schwächung anderer Organisationen zum Ziel hat.“

Moussavi erklärte, sein Festhalten an dem Modell der sozialen Netzwerke habe mit den großangelegten Verhaftungen und der Gewalt zu tun gehabt, die gegen Reformer zur Anwendung kamen.

Moussavi nahm zudem Stellung zur Predigt des Teheraner Freitagspredigers dieser Woche, Ayatollah Ahmad Jannati, der gesagt hatte, dass die Reformbewegung – die von Konservativen gern als „Aufruhr“ deklariert wird – nicht die Hände in den Schoß lege, sondern vielmehr vergleichbar sei mit „Glut unter der Asche“.

„Zusätzlich zu den staatlich gestützten Lügen, Gesetzesverletzungen, Korruptionsfällen und der innen- und außenpolitischen Inkompetenz [der Regierung] werden die fortdauernde Unterdrückung und das Verkennen der Wahrheit durch die Regierung dafür sorgen, dass das unter der Asche brennende Feuer eine immer größere Reichweite entwickelt“, so Moussavi.

Der frühere iranische Ministerpräsident fügte hinzu, er habe zwei Monate nach den Fernsehdebatten für den Präsidentschaftswahlkampf 2009 realisiert, dass das Establishment nicht auf seine oder Mehdi Karroubis Zerstörung aus ist, sondern vielmehr „mit allen rivalisierenden Kräften Rechnungen begleichen und das Land homogenisieren will.“ Mehdi Karroubi war neben Moussavi bei der Präsidentschaftswahl von 2009 der zweite Hauptgegner Mahmoud Ahmadinejads.

Moussavi zufolge sollten die Wahlen von 2009 der „letzte Vorhang“ in dem seit 20 Jahren fortschreitenden Plan sein, mit dem die Totalitären Iran in eine Scheindemokratie verwandeln wollen.

Der Oppositionsführer nahm auch zu den kürzlich von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten Stellung und erklärte, während die Islamische Republik dachte, sie könne „den Vatikan und die Führer der Vereinigten Staaten und Europas überzeugen, hat sie es versäumt, die Beziehungen mit ihren regionalen Nachbarn zu verbessern.“

Einigen der von Wikileaks veröffentlichten Dokumente ist zu entnehmen, dass mehrere arabische Länder der Region die Option eines Militärschlages gegen Iran befürworten.

Zu den Dokumenten über „Pläne Israels, ethnische Differenzen in Iran zu schüren“, erklärte Moussavi, die Bevölkerung müsse hinsichtlich solcher Provokationen wachsam bleiben.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 12. Dezember 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/12/iran-opposition-leader-su.html

4 Antworten zu “Iranischer Oppositionsführer für die Bildung einer Oppositionsfront

  1. Ein bisschen spaet, leider.

  2. Pingback: News vom 13. Dezember « Arshama3's Blog

  3. Pingback: Iranischer Oppositionsführer für die Bildung einer Oppositionsfront (via Julias Blog) « Toumai1470's Blog

  4. Und wer wird dann Anführer der „Oppositionsfront“?
    Wie die Reden seiner Frau scheinen alle Worte von Moussavi und Karroubi immer absichtsvoller, ja listiger zu werden. Verd… Sch… das kenne ich zur Genüge – gibt es nicht mal was anderes?

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