Iran wirft Nasrin Sotoudeh Verbindungen zu terroristischen Gruppen vor

Mohammad Javad Larijani

Zamaaneh, 13. Dezember 2010 – Wie der Vorsitzende der iranischen Menschenrechtskommission Mohammad Javad Larijani bekannt gab, werden der inhaftierten iranischen  Anwältin Nasrin Sotoudeh „Propaganda gegen den Islam und das Regime“ und „Kontakt zu terroristischen Gruppen“ vorgeworfen. Wie iranische Medien heute berichteten, erklärte Mohammad Javad Larijani heute am Rande eines „Treffens zur Untersuchung der Menschenrechte in der heutigen Zeit“ gegenüber Reportern, die Verhaftung Nasrin Sotoudehs habe nichts mit ihrem Beruf als Anwältin zu tun.

„Man muss verstehen, dass man als Anwalt, der eine Person vertritt, dafür Sorge zu tragen hat, dass alle Informationen innerhalb des Gerichtsgebäudes bleiben und nicht von einer Adresse zur nächsten weitergegeben werden, und dass man keine Interviews geben [darf], in denen man sich gegen das Regime und die Regierung äußert. So etwas nennt man Missbrauch der rechtlichen Praxis im Beruf.“

Nasrin Sotoudeh befindet sich seit mehr als 100 Tagen in Haft und seit nunmehr sieben Tagen in ihrem zweiten trockenen Hungerstreik.

Menschenrechtsaktivisten berichten, dass Nasrin Sotoudeh die gesamten 100 Tage über in Einzelhaft gehalten wurde.

Zur Bedingung für die Beendigung ihres Streiks hat sie „das Ende aller ungerechten Urteile nach der Wahl von 2009“ gemacht.

Sotoudehs Ehemann Reza Khandan erklärt, dass seine Frau sich keines Verbrechens schuldig gemacht habe und dass all ihre Medienkontakte höflich, würdig und in Übereinstimmung mit sämtlichen rechtlichen Erwägungen abgelaufen seien.

Über die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi sagte Mohammad Javad Larijani, sie habe „niemals auch nur einen Schritt für die Entwicklung der Menschenrechte“ unternommen.

„Ihre Äußerungen ähneln den Statements der Außenministerien Großbritanniens und der USA, und man kann bestenfalls sagen, dass sie zu einer niederen Angestellten dieser Länder geworden ist.“

Shirin Ebadi ist eine der Gründerinnen des Zentrums zum Schutz der Menschenrechte in Iran, mit dem Nasrin Sotoudeh ebenfalls zusammenarbeitet.

Larijani zufolge gibt es in Iran wesentlich weniger Gewalt als in Deutschland, England und den USA; die Ereignisse nach der Präsidentschaftswahl von 2009 seien Umsturzversuche der Reformer gewesen. Iran sei im Nahen Osten seit mehr als 30 Jahren ein demokratisches Vorbild.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 13. Dezember 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/12/iran-contends-lawyer-link.html

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