Sorge um das Leben iranischer politischer Gefangener im Hungerstreik

M. Nourizad (l.), M. Tajzadeh

Zamaaneh, 13. Dezember 2010 – In einem Brief an den iranischen Justizchef schreiben die Ehefrauen der iranischen politischen Gefangenen Mostafa Tajzadeh und Mohammad Nourizad, ihre Männer könnten im Gefängnis möglicherweise sterben.

Der Webseite Kalemeh zufolge heißt es in dem Brief, Tajzadeh und Nourizad, die sich seit zwei Tagen [seit Samstag] in einem trockenen Hungerstreik befinden, seien in „kritischer gesundheitlicher Verfassung“. Der Brief verurteilt die weitere Verstärkung des Drucks auf die beiden Gefangenen durch Verhängung eines Besuchsverbots.

Mostafa Tajzadeh, Vorstandsmitglied der iranischen Reformpartei IIPF (Islamische Iranische Partizipationfront), und Mohammad Nourizad, Journalist und Filmemacher, dürfen beide seit letzter Woche keine Besuche mehr erhalten.

Unterdessen stattete die iranische Oppositionsführerin Zahra Rahnavard der Familie Nourizads einen Besuch ab und rief den inhaftierten Journalisten zur Beendigung seines Hungerstreiks auf, um sein Leben nicht weiter zu gefährden.

Mohammad Norizad hatte Kalemeh zufolge vor zwei Tagen mit seinem trockenen Hungerstreik begonnen, um gegen die „beleidigende Behandlung und die Gerichtsverfahren“ zu protestieren, die ihm im Gericht zuteil wurden.

Ein politischer Gefangener, der bei Nourizads Gerichtsverhandlung zugegen war, berichtet, dass die Verhandlung gegen Nourizad drei Minuten gedauert habe. Der Richter habe den inhaftierten Journalisten angeschrieen und beleidigt und ihm mit Auspeitschung gedroht.

Mohammad Nourizad war früher ein bekannter Kolumnist bei der staatlichen Zeitung Keyhan. Er wurde während der Ereignisse nach der Präsidentschaftswahl von 2009 verhaftet, nachdem er den obersten Führer Ayatollah Khamenei in einem Brief für seine Entscheidungen in den Auseinandersetzungen um die Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads und für das Vorgehen gegen Demonstranten kritisiert hatte.

Nourizad veröffentlichte fünf weitere kritische Briefe [an Khamenei] und prangerte die Anwendung von Folter und Misshandlung in iranischen Gefängnissen an.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 13. Dezember 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/12/concern-for-lives-of-iran.html

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