Sotoudehs Ehemann dementiert angebliche Verbindungen seiner Frau zu terroristischen Gruppen

Nasrin Sotoudeh

Zamaaneh, 14. Dezember 2010 – Reza Khandan, Ehemann der iranischen Anwältin Nasrin Sotoudeh, hat erklärt, seine Frau habe „zu keiner Zeit mit terroristischen Gruppen in Verbindung gestanden“, in ihrer Akte sei „keine derartige Anklage“ vorhanden.

Khandan sagte gegenüber der Organisation International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI): „Ich bin sicher, dass der zuständige Richter und der Staatsanwalt, der Nasrin Sotoudeh angeklagt hat, über Mohammad Javad Larijanis Äußerungen sehr erstaunt sein werden.“

Mohammad Javad Larijani, Vorsitzender der Menschenrechtskommission der iranischen Justiz, hatte gestern gegenüber Reportern erklärt, Nasrin Sotoudeh sei wegen „regime- und islamfeindlicher Propaganda“ sowie wegen „Verbindungen zu terroristischen Gruppen“ angeklagt. Ihre Verhaftung habe nichts mit ihren Aktivitäten als Anwältin zu tun, so Larijani.

Khandan zufolge enthält die Prozessakte seiner Frau zwei Anklagepunkte, nämlich die „Mitgliedschaft beim Zentrum für den Schutz der Menschenrechte“ und „Interviews mit ausländischen Medien“.

Außerdem werde gegen Sotoudeh nächsten Monat zusätzlich Anklage wegen „Nichteinhaltung der islamischen  Kleidervorschriften“ erhoben werden, so Khandan: „Vor zwei Jahren wurde Nasrin Sotoudeh von der Italienischen Menschenrechtskommission mit einem Preis ausgezeichnet. Um sich dafür zu bedanken, hatte sie in Iran eine Videobotschaft aufgenommen, in der sie mit unbedeckten Haaren zu sehen war. Das Video wurde in Iran nicht gezeigt, aber jetzt wird man sie wegen dieses neuen Vorwurfs nächsten Monat vor Gericht stellen.“

Khandan zufolge sei Sotoudehs Stimmung sehr schlecht, sie könne kaum noch sprechen.

Die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh wird seit September von iranischen Behörden festgehalten und befindet sich derzeit in ihrem zweiten trockenen Hungerstreik, um gegen die „ungerechten Urteile der Justiz in den Ereignissen nach der Wahl“ zu protestieren.

Khandan hat immer wieder erklärt, dass seine Frau kein Verbrechen begangen hat und dass all ihre Aktivitäten sich in Übereinstimmung mit juristischen Erwägungen bewegt hätten.

Veröffentlicht Radio Zamaaneh am 14. Dezember 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/12/suggested-terrorist-links.html

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