Iranischer Geheimdienstchef: „Oppositionsführer möchten verhaftet werden“

Hojatoleslam Heydar Moslehi

Zamaaneh, 31. Dezember 2010 – Nach Meinung des iranischen Geheimdienstministers Heydar Moslehi möchten die „Anführer des Aufruhrs“ verhaftet werden, um auf diese Weise zu „Helden“ zu werden.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA zufolge erklärte Moslehi in einer Rede in Shahr-e Rey, die Entscheidung, die Oppositionsführer nicht verhaften zu lassen, sei ein sehr kluger und kalkulierter Schritt, der „die Oppositionsführer zur Weißglut treibt“.

Das iranische Establishment bezeichnet die Proteste gegen die vermutete Fälschung der Präsidentschaftswahl von 2009 als „aufrührerische Bewegung“ und die Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi als „Anführer des Aufruhrs“.

Sowohl Mir Hossein Moussavi als auch Mehdi Karroubi sind bekannte Persönlichkeiten in der Geschichte der Islamischen Republik und waren beide an der Revolution von 1979, dem damit einhergehenden Sturz der Monarchie und der Bildung der Islamsichen Republik und ihrer Regierungen beteiligt.

„Einige Personen haben während des Aufstands von 2009 mit ihren Äußerungen das Gebäude des religiösen Systems und der Revolution herausgefordert. Diese Leute waren vor, während und nach dem Erfolg der Revolution an dieser beteiligt und zeigen jetzt ihr wahres Gesicht“, erklärte Moslehi heute.

Ausländische [Geheim]Dienste westlicher Länder hätten nichts unversucht gelassen, um das einflussreiche Volk und die Kinder bekannter Persönlichkeiten der Islamsichen Republik zu beeinflussen und „in eine bestimmte Richtung zu lenken“, so Moslehi. Westliche Länder hätten 7,7 Milliarden Dollar investiert, um „das Regime der Islamischen Republik zu Fall zu bringen“.

Die Regierung der Islamischen Republik scheint mit den Oppositionsführern Katz und Maus zu spielen. Einerseits droht sie ihnen immer wieder mit Verhaftung, andererseits heißt es, die strafrechtliche Verfolgung der Oppositionsführer erfolgen, wenn die Regierung den Zeitpunkt für geeignet halte.

Der iranische Justizchef Ayatollah Sadegh Larijani hatte vor Kurzem erklärt, die Verhaftung und strafrechtliche Verfolgung der „Anführer des Aufruhrs“ werde ausschließlich auf Anordnung des obersten Führers Ayatollah Khamenei erfolgen.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 31. Dezember 2010
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/iran-says-opposition-leaders-want-be-arrested

Eine Antwort zu “Iranischer Geheimdienstchef: „Oppositionsführer möchten verhaftet werden“

  1. Auffällig, dass der Knabe so viel Lärm macht in letzter Zeit. Wenn man bedenkt, dass Geheimdienst-, Innen- und Aussenminister in manchen Fällen Khamenei direkt Bericht erstatten, (am Präsidenten vorbei) empfiehlt es sich die Worte mit Reden und Taten des Religionsführers abzugleichen, der in den letzten paar Monaten einen Propagandafeldzug begann.
    Hier gehts wohl darum, Khamenei populär zu machen und andere unpopulär.

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