Grippe und zwei Todesfälle in Gefängnissen bestätigt

RAHANA, 2. Januar 2011 – Ein Mitarbeiter des Gefängnisses Rajai Shahr (Gohardasht) hat Nachrichten über eine Grippewelle im Gefängnis bestätigt und mitgeteilt, dass zwei (nicht politische) Gefangene an der Krankheit gestorben sind.

Zuvor waren Nachrichten darüber veröffentlicht worden, dass sich im Gefängnis Gohardasht ein gefährlicher Grippevirus ausgebreitet und unter den nicht politischen Gefangenen Todesopfer gefordert habe. Die Krankenstation des Gefängnisses ist wegen der hohen Zahl der Fälle außerstande, alle Erkrankten zu behandeln.

Gleichzeitig bestätigte ein Mitarbeiter der „Organisation für Gesundheit und Behandlung im Gefängnis“ die Nachricht und gab bekannt, dass sich im Gefängnis Ghezel Hesar eine gefährliche Grippevariante ausgebreitet habe. An Tasoua und Ashura [Mitte Dezember, d. Übers.] seien in Block 8, Halle 2 des Gefängnisses zwei Insassen gestorben, zwei Beamte des Gesundheitsamts Karaj hätten nach einem Besuch im Gefängnis bestätigt, dass die Todesfälle durch Grippe verursacht worden seien.

Der Nachrichtenagentur Jaras zufolge sagte der betreffende Beamte, der anonym bleiben möchte: „Leider haben die Behörden nichts unternommen, obwohl dieses Problem bereits seit Langem existiert. Es wurde kein Geld dafür zur Verfügung gestellt. Lediglich einige wenige HIV- und Herzpatienten werden geimpft. Die Krankheit breitet sich aus, und auch einige Mitarbeiter haben sich mit Grippe angesteckt. Alle im Gefängnis machen sich Sorgen und haben Angst vor der Krankheit. Im Gefängnis herrschen Angst und Besorgnis.“

Weiter erklärte er: „Auch aus dem Gefängnis Rajai Shahr (Gohardasht) wurden zwei verdächtige Todesfälle berichtet; später wurde bestätigt, dass die Todesursache in beiden Fällen Grippe war.“

„Die Gefangenen werden auf sehr engem Raum gehalten. In Block 3 beispielsweise werden 170 Personen auf 100 m [sic] festgehalten.“

Ein Familienmitglied eines politischen Gefangenen hatte in einem Interview mit Jaras berichtet, dass sich im Gefängnis Gohardasht die Grippe ausbreitet und dass die Familien deshalb in großer Sorge sind, vor allem wegen der Gleichgültigkeit der Behörden.

Die Nachrichtenseite Kalemeh hatte Nachrichten über die Grippewelle veröffentlicht und berichtet, dass die Angehörigen der Gefangenen wegen der kritischen Situation und der Tatsache, dass nur noch Kabinenbesuche erlaubt sind, beunruhigt seien. „Die Grippe breitet sich schon seit einiger Zeit aus und hat in verschiedenen Blocks Todesopfer gefordert. Die Krankenstation im Gefängnis hat wegen der hohen Zahl der Erkrankungsfälle die Kontrolle über die Situation verloren.“

Erwähnenswert ist, dass aus verschiedenen anderen Gefängnissen in Iran von einer Ausbreitung der Schweinegrippe berichtet wird.

Veröffentlicht bei RAHANA am 2. Janua 2010
Quelle (Englisch): http://www.rahana.org/en/?p=9051

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