Moussavi trotzt Attacken der Regierung

Mir Hossein Moussavi

Zamaaneh, 11. Januar 2011 – Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi zeigt sich angesichts der jüngsten Drohungen der Regierung der Islamischen Republik unbeeindruckt und warnt das Establishment, eine solche Propaganda werde sich als Bumerang erweisen.

In einem auf der Webseite Kalemeh veröffentlichten Bericht verurteilt Moussavi, der Mahmoud Ahmadinejads Wahlsieg vom Juni 2009 anficht, die jüngsten Äußerungen aus den Reihen der Regierung und bezeichnet sie als abgenutzte Taktiken totalitärer Regime wie des der Sowjetunion in der Stalinzeit.

In den letzten Monaten hatten führende iranische Offizielle, darunter auch führende Mitglieder der Justiz, die Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi immer wieder angegriffen und versichert, sie wegen ihrer Rolle als „Anführer des Aufruhrs“ nach der Präsidentschaftswahl bald vor Gericht zu stellen.

Moussavi erklärt, der „unfaire Inhalt“ solcher Verbalattacken mache diese „ineffektiv“, weshalb sie sich als Bumerang erweisen würden. Solche Angriffe bescheinigten der Grünen Bewegung lediglich ihre „Legitimität und Vitalität.“

Als „Grüne Bewegung“ wird die Protestbewegung gegen den vermuteten Wahlbetrug bei den Wahlen im Sommer 2009 bezeichnet.

Moussavi sagt an die Adresse der Behörden gewandt: „Wie in meinem 17. Statement erwähnt, sollten Sie Leute wie mich ignorieren und die Gefangenen freilassen, ohne sich um uns zu kümmen. Erklären Sie, dass sie sich der Verfassung verpflichtet fühlen. Gewähren sie den Medien Freiheit und veranstalten Sie freie und nichtselektive Wahlen. Dann werden Sie merken, dass der Horizont heller wird. Verstärkte Unterdrückung wird nur noch weitreichendere Forderungen nach sich ziehen.“

Moussavi fügt hinzu, dass diese Art der Publicity in Verbindung mit forgesetztem Durchgreifen und weiteren Verhaftungen letztlich dazu führen werde, dass die Bevölkerung das Vertrauen in Reformen im Rahmen der existierenden Verfassung verliert.

Der Oppositionsführer erklärt, in der derzeitigen Atmosphäre würden der Gesellschaft durch machtgierige Personen tiefe Risse beigefügt. Die Kräfte der Grünen Bewegung versuchten jedoch, diese Risse zu überwinden, indem sie Raum für Debatten und nationalen Dialog bewahren und Toleranz praktizieren, so Moussavi.

„Grün zu sein heißt nicht, dass wir von jedem Menschen verlangen, unsere Farbe zu übernehmen… Grün zu sein heißt, im Verständnis der Unterschiede und Verschiedenheiten der Ideen, Geschmäcker und des Wahlverhaltens Seite an Seite zu leben.“

Auch Mehdi Karroubi hatte vor einiger Zeit auf die neuesten Drohungen der Regierung reagiert und gesagt, er sei mehr als bereit, sich in einem offenen und öffentlichen Gerichtsprozess zu stellen, damit die Menschen die Möglichkeit hätten, [die Standpunkte] beider Seiten zu hören und sich selbst ein Urteil zu bilden.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 11. Januar 2011
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/mousavi-defiant-face-government-attacks

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