Iranische Arbeiter protestieren weiter gegen Lohnzahlungsrückstände

RFE/RL, 26. Januar 2011 – Immer noch protestieren Arbeiter in Teheran gegen Rückstände bei der Auszahlung von Löhnen, die, wenn überhaupt, nicht mit der Inflation Schritt halten. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

Die letzten derartigen Proteste, über die die Nachrichtenagentur ILNA berichtet hatte, hatten am 24. Januar in Teheran stattgefunden, als sich Mitarbeiter der Firma Pars Metal vor dem iranischen Parlament versammelten. Sie hatten bereits im letzten Sommer vor dem Präsidentschaftsbüro protestiert, nachdem sie fünf Monate lang keine Lohnzahlungen erhalten hatten.

Die Arbeiter beklagen, dass sie nicht nur unpünktlich ausgezahlt werden, sondern das das Geld, das sie bekommen, nicht reicht, um über die Runden zu kommen.

Der errechnete Mindestlohn für Arbeiter in Iran beträgt 303.000 Toman (ca. 290 Dollar) pro Monat. Aziz Amoli, Vorstandsmitglied des Bundes Iranischer Angestellter, sagte kürzlich, im neuen Jahr, das im März beginnt, könnten Löhne und Gehälter um 15 Prozent steigen.

Amoli zufolge werde der Gewerkschaftsbund die Gehälter und Löhne auf der Grundlage der von der iranischen Zentralbank berechneten Inflation festsetzen. Bislang konnte die Inflationsrate auf einem Stand unter 10 Prozent gehalten werden.

Ali, ein Teheraner Arbeiter, der seit 20 Jahren beschäftigt ist, sagte gegenüber Radio Farda, es gebe für Arbeiter in Iran keinerlei Arbeitsplatzsicherheit. Es sei schon für unverheiratete Arbeiter schwer, über die Runden zu kommen, für verheiratete Arbeiter mit Familien sei die Lage erst recht schwierig.

Viele Gewerkschaften wie die Gewerkschaft der Busbetriebe in Teheran und Umgebung kritisieren die niedrigen Löhne. Gemessen an der in Iran geltenden Armutsgrenze müsse ein Monatseinkommen bei mindestens 1 Million Toman (ca. 960 Dollar) liegen, argumentieren sie.

Der in Schweden lebende Wirtschaftsexperte Ahmad Alavi sagte gegenüber Radio Farda, die Armutsgrenze werde im Laufe des nächsten Jahres nach Abschaffung der Subventionen angehoben werden. Auch dürfe man bei der Berechnung von Mindestlöhnen nicht auf die von staatlichen Instanzen berechneten Inflationsraten zurückgreifen.

Veröffentlicht bei Radio Free Europe/Radio Liberty am 26. Januar 2011
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/iran_labor_protests/2288082.html

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