Iran verstärkt Druck auf Opposition: Schwager Moussavis verhaftet

Zamaaneh, 10. Februar 2011 – Mit dem Herannahen der von Oppositionsführern vorgeschlagenen Demonstration am 14. Februar verstärken die iranischen Behörden mit weiteren Verhaftungen den Druck auf die Opposition.

Wie die Webseite Kalemeh berichtet, wurde der frühere Sozialminister Mohammadhossein Sharifzadegan gestern in seinem Haus verhaftet. Sharifzadegan ist der Schwager des iranischen Oppositionsführers Mir Hossein Moussavi.

Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi hatten vor einigen Tagen beim Innenministerium die Genehmigung für eine Solidaritätsdemonstration für die Aufstände in der arabischen Welt beantragt, die am 14. Februar (25. Bahman nach iranischem Kalender) stattfinden soll. Unterstützer und Anhänger der beiden Politiker hatten daraufhin eine Facebook-Seite für das Ereignis eingerichtet, die bisher 27 000 Mitglieder hat.

Nach Berichten der Webseite Jaras wurde der Leiter des Rechtsausschusses von Mir Hossein Moussavi, Saleh Noghrehkar,  zum zweiten Mal seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009 verhaftet. Er ist mit Moussavis Ehefrau Zahra Rahnavard verwandt.

Die Gesellschaft zur Bekämpfung der Diskriminierung im Bildungswesen berichtet außerdem, dass Mostafa Mir Ahamdizadeh, ein Professor an der Universität Qom, ebenfalls verhaftet wurde. Er ist Mitglied der vom Reformer und ehemaligen iranischen Präsidenten Mohammad Khatami geleiteten Baran-Stiftung. Auch MirAhmadizadeh war im Zuge der Niederschlagung der Proteste gegen die Wahl bereits verhaftet worden.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Raja News wurde Mir Ahamdizadeh verhaftet, weil er „die Ashura-Proteste [von 2009] angeführt, einen Brief zur Unterstützung Ayatollah Montazeris und einen Brief gegen den Präsidenten unterschrieben und mehrere Treffen mit den Führern der Grünen Bewegung abgehalten“ habe.

Taghi Rahmani, Mitglied im Rat der nationalreligiösen Aktivisten und Berater Mehdi Karroubis während der Präsidentschaftswahl von 2009, wurde ebenfalls gestern Abend in seinem Haus verhaftet.

Mehdi Karroubi selbst ist unterdessen heute Morgen unter Hausarrest gestellt worden.

Während das Innenministerium auf den Antrag Moussavis und Karroubis auf Genehmigung einer Demonstration am 14. Februar bislang nicht offiziell reagiert hat, warnen viele führende Offizielle der Islamischen Republik vor der geplanten Demonstration und bezeichnen sie als Trick, mit dem das iranische Volk gespalten werden soll.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 10. Februar 2011
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/iran-steps-pressure-opposition

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