Demonstranten halten dem massiven Sicherheitsaufgebot auf der Straße stand

Szene einer Demonstration in 2009

Zamaaneh, 14. Februar 2011 – Augenzeugenberichten zufolge sind am Vali Asr-Platz, einer zentralen Durchgangsstraße in Teheran, große Busse mit zugezogenen Gardinen geparkt; Sicherheitskräfte schwingen Schlagstöcke und Knüppel, um die Demonstranten einzuschüchtern, die sich trotz des massiven Sicherheitsaufgebots in ganz Teheran auf den Straßen gehalten haben.

Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass Iraner aus allen Teilen der Stadt seit geraumer Zeit versuchen, den von den beiden Oppositionsführern Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi festgesetzten Startpunkt des Protestmarsches zu erreichen. Wegen der blockierten U-Bahn-Eingänge und des massiven Sicherheitsaufgebots auf den Hauptstraßen ist es für die Demonstranten schwierig und gefährlich, sich wie geplant zu versammeln.

Gegen 18:25 Uhr Ortszeit [ca. 16 Uhr deutsche Zeit] berichteten Augenzeugen gegenüber Zamaaneh von ungewöhnlich schwer bewaffneten Sicherheitskräften in der Gegend um die Abbasabad-Straße. Andere Berichte sprechen von Dutzenden schwarzen Polizeifahrzeugen am Azadi-Platz, wo die Demonstration enden soll. Wann immer die Polizei mitbekam, dass Mobiltelefone benutzt wurden, beschlagnahmte sie diese, heißt es weiter.

Ausländische Medien dürfen über die Ereignisse nicht berichten, so dass die Berichterstattung über die Proteste trotz der Restriktionen des Internet und des Mobilfunknetzes nur über soziale Medien und Augenzeugenberichte stattfindet.

Wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters berichten, kam es auf dem Enghelab-Platz in Teheran zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Die Demonstranten sollen „Nieder mit dem Diktator“ gerufen haben, abzielend auf den erzkonservativen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad, der im Sommer 2009 inmitten von Wahlbetrugsvorwürfen wiedergewählt wurde, was massive Proteste nach sich zog.

AFP und CNN berichten über tausende Demonstranten in den Straßen. BBC berichtet unter Berufung auf Augenzeugenberichte, dass Demonstranten von Auto- und Motorradfahrern umsonst mitgenommen werden.

Auch aus anderen iranischen Großstädten wie Tabriz, Shiraz, Isfahan, Ahvaz, Rasht und Kermanshah werden Proteste gemeldet.

Nachdem die Islamische Republik die Straßenproteste von 2009 mit brutaler Gewalt und systematischen Verhaftungen von Demonstranten und Reformern niedergeschlagen hatte, hatten die Oppositionsführer nicht mehr zu weiteren Demonstrationen aufgerufen, um Blutvergießen zu verhindern.

Die von Moussavi und Karroubi für heute angesetzte Demonstration in Solidarität mit den jüngsten von der iranischen Regierung ausdrücklich begrüßten Aufständen in der arabischen Welt wird zeigen, inwieweit die Opposition zu weiteren Straßenprotesten in der Lage ist, und ob die Regierung entschlossen ist, weiterhin mit Gewalt gegen die Menschen vorzugehen.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 14. Februar 2011
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/iranians-brave-streets-despite-heavy-security

2 Antworten zu “Demonstranten halten dem massiven Sicherheitsaufgebot auf der Straße stand

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