Am 14. Februar eingesetztes Tränengas verursacht heftige Symptome

Shadi Sadr

ICHRI, 20. Februar 2011 – Nach Angaben der iranische Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Shadi Sadr gegenüber der Organisation International Campaign for Human Rights in Iran haben mindestens drei Teilnehmer an den Demonstrationen vom 14. Februar ausgesagt, dass das gegen die Demonstranten angewandte Tränengas anders gewesen sei als das bisher verwendete. Alle drei berichteten, dass sie nach ihrer Rückkehr zu Hause an heftiger Übelkeit litten, Blut spuckten und ihre Stimme verloren. Die Symptome sind bisher noch nicht abgeklungen.

Gemäß einer Stellungnahme des Rechtsbüros der iranischen Streitkräfte gilt die Anwendung von Tränengas zwar nicht als Verbrechen, jedoch ist „jede Art von Körperverletzung, die nach dem Islamischen Strafcode der Zahlung von Blutgeld (Diya) oder der Vergeltung (Qesas) unterliegt, als Verbrechen anzusehen und kann vor einem geeigneten juristischen Gericht verfolgt werden. Das Mittel, das zur Zufügung der Körperverletzung verwendet wurde, ist für die Frage, ob ein Verbrechen stattgefunden hat oder nicht, irrelevant.“

„Ich weiß von drei Personen, deren Schmerzen nicht vergleichbar sind mit den bisherigen Vorfällen. Einer von ihnen litt an heftiger Übelkeit und erbrach Blut. Es war so schlimm, dass er einen Arzt konsultieren und Tests durchlaufen musste. Ein anderer kann bis heute infolge des erlittenen Stimmverlustes nicht sprechen, man versteht ihn schon aus einer Entfernung von 10 cm nicht mehr. Alle drei leiden an heftigen Muskelschmerzen und -krämpfen“, so Shadi Sadr gegenüber ICHRI.

Nach Angaben der Anwältin wurden die Symptome dieses Tränengases von weiteren Teilnehmern der Demonstration vom 14. Februar über ihren Google-Reader bestätigt. Eine von Frau Sadr als verlässlich bezeichnete Quelle berichtete ihr: „Meine Freundin hat mir heute erzählt, dass sie und mindestens drei weitere Personen Schmerzen im ganzen Körper haben und an Halsschmerzen und erkältungsähnlichen Symptomen leiden.“ Sie seien bereits früher mit Tränengas in Berührung gekommen, hätten jedoch nie zuvor derartige Symptome gehabt.

Die zitierten Personen geben an, dass das am 14. Februar verwendete Tränengas anders gewesen sei [als das bisher verwendete]. Keine der Personen sei nach dem Kontakt mit dem Tränengas wegen der heftigen Schmerzen, der Übelkeit und der anderen Symptome in der Lage gewesen, das Haus zu verlassen.

Damit Menschenrechtsorganisationen den durch das am 14. Februar verwendete Tränengas verursachten körperlichen Schäden nachgehen können, empfiehlt Shadi Sadr [den Tränengasopfern], einen Arzt aufzusuchen und ihr Blut untersuchen zu lassen, um die Auswirkungen der schädlichen Substanzen nachzuweisen.

Veröffentlicht bei International Campaign for Human Rights in Iran am 20. Februar 2011
Quelle (Englisch): http://www.iranhumanrights.org/2011/02/tear-gas-used-on-14-february-causes-severe-symptoms-among-protesers/

Eine Antwort zu “Am 14. Februar eingesetztes Tränengas verursacht heftige Symptome

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