Ayatollah Montazeris Sohn drängt Khamenei zu Gesprächen mit Oppositionsführern

Ayatollah Khamenei

Zamaaneh, 26. Februar 2011 – Ahmad Montazeri, der Sohn des verstorbenen regimekritischen iranischen Geistlichen Ayatollah Hossein Ali Montazeri, hat den iranischen obersten Führer Ayatollah Khamenei aufgerufen, mit den Führern der Opposition in einen Dialog zu treten.

Wie die Webseite Kalemeh berichtet, hat Ahmad Montazeri Khamenei in einem offenen Brief dazu gedrängt, in der Lösung der derzeitigen Probleme eine „historische Entscheidung“ zu treffen.

Der Sohn des regimekritischen Geistlichen, der im Dezember 2009 inmitten der Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads starb, schreibt: „Mit der Freilassung der politischen Gefangenen und aller Familien, die bei den Ereignissen seit Sommer 2009 Angehörige verloren haben, wird man die Unterstützung aller Bereiche der Bevölkerung erreichen.“

Im Verlauf des letzten Jahres hat die iranische Regierung unzählige politische und studentische Aktivisten, Journalisten und zivile Demonstranten verhaften lassen.

„Herr Moussavi, Herr Karroubi, Herr Khatami, Herr Hashemi Rafsanjani und Sie selbst waren in den letzten 30 Jahren Ministerpräsident, Parlamentspräsident und Präsident. Direkte und freundschaftlich geführte Gespräche aller Genannten könnten die meisten der Probleme lösen und den Menschen wieder Hoffnung machen“, schreibt Montazeri. „Ihre eigene Macht und Position würde gestärkt, und als islamischer Führer würden Sie stärker geschätzt.“

Die Beibehaltung des gegenwärtigen Status Quo wird Montazeri zufolge dazu führen, dass „moderate Stimmen zurückfallen und radikalen bzw. extremistischen Stimmen weichen“ werden, bis selbst der oberste Führer keine Kontrolle mehr hat.

Ayatollah Khamenei war der erste iranische Politiker, der Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi als „Anführer eines Aufruhrs“ bezeichnet hatte, nachdem die beiden die Rechtmäßigkeit der Wahlen von 2009 in Frage gestellt hatten, was in Teheran und anderen Großstädten massive Demonstrationen auf den Plan rief.

Khamenei hat bisher jedoch davon abgesehen, die beiden Oppositionsführer strafrechtlich verfolgen zu lassen; der iranische Justizchef [Sadegh Larijani] hat wiederholt darauf verwiesn, dass eine Inhaftierung Moussavis und Karroubis nicht im Interesse des Regimes liege.

Nachdem es am 14. Februar allerdings zu erneuten Demonstrationen gekommen war, wurden die beiden Oppositionsführer unter Hausarrest gestellt und vom Kontakt mit der Außenwelt vollständig abgeschnitten.

Der oberste Führer hat sich zu diesen neuen Entwicklungen bisher nicht geäußert; Berichten zufolge soll er sich überrascht darüber gezeigt haben, dass die Opposition nach einem Jahr ohne Demonstrationen noch in der Lage war, eine so große Anzahl Demonstranten zu mobilisieren.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 26. Februar 2011
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/iranian-supreme-leader-urged-hold-talks-opposition-leaders

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