EU erwägt Sanktionen gegen 80 iranische Offizielle

Zamaaneh, 28. Februar 2011 – Die Europäische Union erwägt Sanktionen gegen 80 an Menschenrechtsverletzungen beteiligte iranische Offizielle. Dies berichtet die Internetseite International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI). Auf der Liste stehen Mitglieder der Polizei und der paramilitärischen Kräfte, Gefängnisbeamte, Staatsanwälte, Richter und andere Offizielle, die an „Verstößen gegen die Menschenrechte beteiligt und mutmaßlich für die Folter und den Tod von Regimekritikern beteiligt“ waren.Internationale Menschenrechtsgruppen und westliche Regierungen werfen der Islamischen Republik vor, die Opposition zu unterdrücken – Iran hat diese Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und den Westen beschuldigt,sich in Irans innere Angelegenheiten zu mischen.

Die zu erwartenden EU-Sanktionen bestünden beispielsweise in der Einfrierung von Vermögen und Einreiseverboten in die beteiligten Länder.

Die staatliche iranische Tageszeitung Keyhan berichtete heute, dass sich u. a. die drei erzkonservativen Mitgliedern der Expertenversammlung – Ayatollah Mesbah Yazdi, Ahmad Khatami und Mohammad Yazdi – sowie Keyhan-Geschäftsführer Hossein Shariatmadari auf der Liste der EU wiederfinden.

Auch Top-Befehlshaber der Revolutionsgarden und der Basij-Milizen sollen sich auf der Liste befinden, ebenso der iranische Justizchef, die Minister für Inneres, Wissenschaft und Soziales, sowie die [General-?]lStaatsanwälte von Iran und Teheran.

Vergangene Woche hatten die USA Sanktionen gegen den Teheraner Genersalstaatsanwalt Abbas Jafari Dowlatabadi und den Basij-Chef Mohammad Reza Naghdi angekündigt.

Im September waren bereits acht weitere iranische Offizielle für ihre Beteiligung an der Unterdrückung der Proteste gegen die Regierung auf die Schwarze Liste der USA gesetzt worden.

ICHRI hat die Regierungen der ganzen Welt wiederholt dazu aufgerufen, an Menschenrechtsverstößen beteiligte iranische Offizielle auf eine Schwarze Liste zu setzen. Insbesondere die Regierungen Kanadas, Malaysias, der Vereinigten Arabischen Emirate und Thailands – Länder, die bekannte iranische Menschenrechtsverletzer mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit bereisen oder für die Einlagerung von Vermögen beanspruchen – wurden dazu gedrängt, die entsprechenden Vermögen einzufrieren und Einreiseverbote zu verhängen.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 28. Februar 2011
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/eu-considering-sanctions-against-80-iranian-officials

Namen listet Green Voice of Freedom auf:

IRGC: the head of the IRGC’s Seyyed al-Shodada Corps of Tehran Province Hossein Motlagh; the head of the IRGC’s Rassoulollah Corps in charge of Greater Tehran Hossein Hamedani, the head of the IRGC’s Sarollah Corps in Tehran Mohammad Hejazi; and IRGC General and deputy head of the Medical Unit of Sarollah base Ali Khalili.

Officials from the Rajai Shahr prison in Karaj: Hassan Akharian, the head of Ward 1, as well as several men identified as “keepers” of Ward 1 of the same prison including Mr. Mirzaghayi, Mr. Zeynali, Mr. Youssefi, and Mr. Morradi.

Information and Communications ministry officials: Reza Taghipour, the Minister of Information and Communications, Abdolmajid Riyazi, the deputy minister. Also on the list: Mehrdad Omidi, the head of the Computer Crimes Unit of the Iranian Police, as well as Behrouz Kamalian, the head of the IRGC-related “Ashiyaneh” cyber-group.

Iran interior, intelligence and justice ministries and Iran and Tehran Judiciary: Iranian Minister of Justice Morteza Bakhtiari, the Iranian Interior Minister Mostafa Mohammad Najjar, deputy Interior minister for political affairs Seyyed Solat Mortazavi, the Interior Ministry’s political director Mahmoud Abbaszadeh Meshkini, and the Minister of Welfare and Social Security Sadeq Mahsouli,  the Minister of Science, Research and Technology and former head of Election headquarters during the disputed June 2009 Iran presidential elections Kamran Daneshjou, Sadeq Larijani, the head of the Iranian Judiciary, and his first deputy Ebrahim Raissi, Saeed Mortazavi, the former prosecutor-general of Tehran and current head of Iran’s anti-smuggling task force, two former prosecutor-generals of Iran and former Intelligence ministers: Gholam-Hossein Mohseni-Ejei and Ghorbanali Dorri-Nafajabadi, current prosecutor general of Tehran Abbas Jafari-Dolatabadi, and former deputy prosecutor general of Tehran for prison affairs Mahmoud Salarkia. Several Tehran Revolutionary Court judges are also identified on the list.

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Eine Antwort zu “EU erwägt Sanktionen gegen 80 iranische Offizielle

  1. Brigitte Kreisl-Walch

    Ausgezeichnet! Die gehören so und so alle nach Den Haag. Falls es jemals zu einem Umsturz kommt, sollen die alle angeklagt werden.

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