Oppositionelle Webseite berichtet von Licht in Karroubis Wohnung

Mehdi Karroubi

Zamaaneh, 11. März 2011 – Die Kinder von Mehdi [und Fatemeh] Karroubi haben berichtet, dass in der Wohnung des Ehepaares zum ersten Mal seit 18 Tagen wieder Licht gebrannt habe.

„Wir glauben nach wie vor, dass unsere Eltern verhaftet, gekidnappt und an einen unbekannten Ort gebracht wurden, wegen des starken Drucks im In- und Ausland und des heroischen Verhaltens unseres Volkes aber wieder in die Wohnung zurück gebracht wurden“, so ein Mitglied der Familie gegenüber Saham News. „Wir werden uns von den Behörden jedoch nicht beirren lassen, bevor wir sie zu Hause sehen.“

Mehdi Karroubi und Mir Hossein Moussavi werden zusammen mit ihren Ehefrauen Fatemeh Karroubi und Zahra Rahnavard seit mittlerweile 18 Tagen unter Hausarrest gehalten. Der Hausarrest wurde in Kraft gesetzt, nachdem die beiden die Bevölkerung zu Straßendemonstrationen für die Erhebungen in der arabischen Welt aufgerufen hatten.

Vergangene Woche hatte es infolge der durch die Regierung auferlegten  strikten Kontaktsperre Spekulationen über eine mögliche Verlegung der beiden Ehepaare in ein Gefängnis gegeben.

Am Dienstag korrigierte die Webseite Kalemeh frühere Berichte und bestätigte, dass Mir Hossein Moussavi und Zahra Rahnavard sich nach wie vor in ihrer Wohnung befänden und unter Hausarrest stünden.

Der außerhalb Irans lebende Moussavi-Berater Ardeshir Amir Arjomand sagte gegenüber BBC, das Paar sei mit Sicherheit vorübergehend weggebracht worden, nun aber in einem Gebäude in der Nähe ihrer Wohnung gesehen worden.

Die Behörden der Islamischen Republik hatten vehement darauf beharrt, dass die Oppositionsführer sich in ihren Wohnungen aufhalten und nicht an andere Orte gebracht wurden.

Während der iranische Generalstaatsanwalt bestätigte, dass sie von jedem Kontakt mit der Außenwelt abgeschnitten sind, hatte der iranischen Außenminister gegenüber ausländischen Medien erklärt, die Oppositionsführer führten ein normales Leben und könnten sich frei bewegen.

Gleichzeitig hatten mehrere Offizielle der Islamischen Republik die strafrechtliche Verfolgung und sogar die Hinrichtung der Oppositionsführer wegen Anstiftung zur Unruhe gefordert.

Hossein Karroubi, der älteste Sohn Mehdi Karroubis, sprach sich gegen die jüngsten Verlautbarungen von Kommandant Naghdi, dem Chef der paramilitärischen Basij-Milizen, aus. Dieser hatte vor Kurzem die „sofortige Bestrafung“ Mehdi Karroubis und Mir Hossein Moussavis gefordert.

Hossein Karroubi stellte nochmals die Legitimität der Regierung in Frage und kritisierte die Herrschenden der Islamischen Republik als „Folterer im muslimischen Gewand“.

Bislang ist kein direkter Kontakt mit den beiden Oppositionsführern bekannt geworden. Die Opposition zeigt sich angesichts der Behandlung der beiden hoch besorgt.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 11. März 2011
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/opposition-website-reports-lights-seen-karroubi-home

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s