Neue Verhaftungswelle gegen iranische Studenten nach Todesfällen bei Demonstrationen

Eingang zum Campus der Sharif-Universität in Teheran

RFE/RL, 16. März 2011 – Studentische Aktivisten in Iran werden nach den Protesten der Opposition vom vergangenen Monat, bei denen zwei Studenten getötet wurden, vermehrt unter Druck gesetzt. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

Wie eine ehemalige Studentin und Aktivistin der Technischen Sharif-Universität in Teheran am 13. März gegenüber Radio Farda berichtete, wurden seit Mitte Februar 16 bis 18 Studenten dieser Universität verhaftet. Die tatsächliche Zahl könne möglicherweise jedoch höher sein, da die Angehörigen von den Behörden davor gewarnt worden seien, die Fälle an die Öffentlichkeit zu bringen. Der Islamischen Studentenvereinigung der Sharif-Universität sei es verboten worden, Erklärungen zu veröffentlichen oder Aktivitäten irgendwelcher Art zu verfolgen.

Unterdessen wurde Sajjad Rezaie, der Vorsitzende der Islamischen Studentenvereinigung der Teheraner Kunsthochschule, im Rahmen einer anhängigen Verfügung der disziplinarischen Kommission der Universität von seinen Lehrverpflichtungen suspendiert.

Medien gegenüber erklärte Rezaie, dass der am 14. Februar bei einer Demonstration in Teheran erschossene Student Sane Jaleh Mitglied im Wahlkampfteam Mir Hossein Moussavis für die Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 war. Die Regierung hatte Jaleh als Mitglied der Basij-Milizen identifiziert.

Der Architekturstudent Arzhang Alipour von der Universität Shiraz, der bereits drei Mal vom disziplinarischen Ausschuss der Universität vorgeladen worden war, ist am 12. März verhaftet worden. Alipour hatte in Medieninterviews darüber berichtet, wie sein Kommilitone Hamed Nour-Mohammadi bei Prätesten in der südwestiranischen Stadt Shiraz am 20. Februar getötet wurde.

In Nordiran wurde der inhaftierte Zia Nabavi, Student an der Noushirvani-Univerisät in Babol, unter Druck gesetzt, um zu erreichen, dass er ein Interview für das Fernsehen gibt.

Der ehemalige Geschäftsführer der Islamischen Vereinigung der Universität Mazandaran, Ali Nazari, sagte gegenüber Radio Farda, Nabavi sei aufgefordert worden, vor laufenden Fernsehkameras die Existenz sogenannter „Stern-Studenten“ zu dementieren. „Stern-Studenten“ werden auf Grund ihres politischen Engagements vom Studium augeschlossen.

Nabavi, ein Mitbegründer und Sprecher des Rates zum Schutz des Rechts auf bildung, war während der Unruhen nach der Präsidentschaftswahl im Sommer 2009 verhaftet und später zu 10 Jahren Haft verurteilt worden.

Veröffentlicht bei Radio Free Europe/Radio Liberty am 16. März 2011
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/new_crackdown_iran_students_after_protest_deaths/2339991.html

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