132 Gefangene in Isfahan stehen möglicherweise kurz vor der Hinrichtung

RAHANA, 1. April 2011 – Im vergangenen Jahr wurden 191 Menschen in Iran zum Tode verurteilt. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe reichen von Handel mit illegalen Substanzen über Überfälle bis hin zum Werfen von Steinen. Die Kommission für Amnestie und Begnadigungen unter Gholamhossein Ansari begnadigte 59 dieser Verurteilten, die anderen sind weiterhin zum Tode verurteilt. Es ist geplant, die verbleibenden 132 Gefangenen innerhalb der nächsten Wochen durch den Strang hinzurichten.

RAHANA-Sprecher Mohammad Mostafaei: „Diese Todeskandidaten haben ein gesetzlich verbrieftes Recht auf Amnestie und Begnadigung. In der Stadt Isfahan erfolgt die Hinrichtunge von Gefangenen und die Ausgabe der Leichname an die Angehörigen im Geheimen, um die Zahl der monatlichen Hinrichtungen zu verschleiern. Zum Tode verurteilte Gefangene erhalten keinen akzeptablen rechtlichen Beistand. Keiner von ihnen hatte während der Verhöre und Gerichtsverhandlungen einen Rechtsbeistand. Für ihre Berufungsverhandlungen mussten sie auf vom Gericht bestellte Rechtsbeistände zurückgreifen, die hohe Honorare fordern.“

Nach Berichten der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Justiz in Isfahan hatte Dr. Gholamreza Ansari den Vorsitz über 16 Sitzungen der Amnestie-Kommission. Unter seine Zuständigkeit fielen 874 der insgesamt 1550 untersuchten Akten. „Von diesen erhielten 271 eine Amnestie oder reduzierte Strafen, in 502  Fällen wurde aus Mangel an Beweisen zu ihren Gunsten keine Amnestie gewährt. 35 Personen wurden von der Zahlung befreit [? „exemption from payment“], als ihre Akten an die Amnestie-Kommission gingen“, sagte er [vermutlich Ansari, d. Übers.].

Nach Abschluss der Ermittlungen in den Fällen von 191 zum Tode Verurteilten seien die Urteile von 59 Personen umgewandelt worden, 132 Verurteilte wurden mangels Qualifikation für eine Amnestie nicht begnadigt, so der Direktor der Amnestie-Kommission in Isfahan.

Der Kommission werden alle 15 Tage die Akten von Gefangenen zur Prüfung einer möglichen Amnestiegewährung vorgelegt.

Veröffentlicht bei RAHANA am 1. April 2011
Quelle (Englisch): http://www.rahana.org/en/?p=10636

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