Ahmad Zeidabadi mit dem Guillermo-Cano-Preis der UNESCO für Pressefreiheit geehrt

GVF, 7. April 2011 – Der inhaftierte iranische Journalist Ahmad Zeidabadi ist Preisträger des diesjährigen Guillermo-Cano-Preises der UNESCO für Pressefreiheit. Dies gab die Organisation am Donnerstag bekannt. Endorsing the decision by the jury, UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova bestätigte die Nachricht und forderte gleichzeitig die  Freilassung Zeidabadis aus dem Gefängnis. Die Entscheidung über die Auszeichnung Zeidabadis wurde nach Angaben der Organisation von einer aus zwölf Medienfachleuten bestehenden internationalen unabhängigen Jury getroffen.

Der Guillermo-Cano-Weltpressefreiheitspreis wurde im Jahre 1997 vom Präsidium der UNESCO ins Leben gerufen. Er wird jährlich aus Anlass des Tages der Weltpressefreiheit am 3. Mai verliehen und ehrt „die Arbeit einer Person oder einer Organisation für die Ausdrucksfreiheit überall auf der Welt, insbesondere dann, wenn diese Arbeit für die Person lebensbedrohlich ist.“

Ahmad Zeidabadi war Chefredakteur  der Zeitung Azad und schrieb für die Teheraner Tageszeitung Hamshahari sowie für BBC Persian und die reformorientierte Nachrichtenseite Rooz. Er ist Mitglied in der Vereinigung iranischer Journalisten  und gewählter Präsident einer der größten iranischen Studentenorganisationen, der Iranischen Alumni-Vereinigung. Er ist Professor für Politikwissenschaft und hat an unzähligen akademischen Einrichtungen gelehrt.

Jurypräsidentin Diana Senghor sagte bei der Bekanntgabe der Entscheidung: „Mit der Wahl Ahmad Zeidabadis zollen wir seinem außerordentlichen Mut, seinem Widerstand und seinem Einsatz für die Ausdrucksfreiheit, Demokratie, Menschenrechte, Toleranz und Menschlichkeit Tribut. Der Preis zeichnet neben ihm auch die unzähligen anderen iranischen Journalisten aus, die sich zur Zeit im Gefängnis befinden.“

UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova bestätigte die Entscheidung der Jury und forderte Zeidabadis Freilassung aus der Haft.

„Während seines gesamten Werdegangs ist Ahmad Zeidabadi mutig und unablässig für Presse- und Ausdrucksfreiheit eingetreten – für fundamentale Rechte, die alle anderen bürgerlichen Freiheiten untermauern und ein entscheidender Faktor für eine tolerante und offene Gesellschaft sind – von entscheidender Wichtigkeit für Rechtsstaatlichkeit und eine demokratische Regierung“, so die Generaldirektorin. „Im Vorfeld des Weltpressefreiheitstages und in Anlehnung an die Sorge der internationalen Jury um seine Gesundheit und sein Wohlergehen rufe ich die iranischen Behörden auf, Herrn Zeidabadi aus dem Gefängnis freizulassen.“

Im Jahre 2010 hatte die „World Association of Newspapers“ (WAN) Ahmad Zeidabadi mit dem renommierten „Golden Pen of Freedom Award“ ausgezeichnet, der für außergewöhnliche Verdienste um die Pressefreiheit verliehen wird.

Der 1966 geborene Ahmad Zeidabadi war zum ersten Mal im Jahr 2000 verhaftet worden. Seine Kampagne für Bürgerrechte erhielt Aufschwung, nachdem er einen im Gefängnis verfassten offenen Brief veröffentlicht und verbreitet hatte, in dem er die Behandlung inhaftierter Journalisten [im Gefängnis] kritisierte.
Weniger als ein Jahr nach seiner Freilassung gegen Kaution im März 2001 wurde er erneut inhaftiert und zu 23 Monaten Gefängnis und einem fünfjährigen Verbot „jeglicher öffentlicher und gesellschaftlicher Aktivität, einschließlich des Journalismus“ verurteilt.
Nach seiner Freilassung in 2004 legte er sich während der Präsidentschaftswahl von 2005 wieder mit der Regierung an, als er in mehreren Artikeln zu einem Boykott der landesweiten Wahlen aufrief.

Nach Angaben der Internetseite International Campaign for Human Rights in Iran wurde Ahmad Zeidabadi am 14. Juni 2009 [2 Tage nach der letzten Präsidentschaftswqahl] vor seinem Haus verhaftet  und hat bislang kein einziges Mal Hafturlaub erhalten. Am 2. Januar 2010 verurteilte Richter Pir Abbasi Ahmad Zeidabadi zu 6 Jahren Gefängnis, 5 Jahren Exil in Gonabad und einem lebenslangen politischen und gesellschaftlichen Betätigungsverbot. Ein Berufungsgericht bestätigte das volle Strafmaß. Die für Zeidabadi festgesetzte Kaution wurde von 250.000 Dollar auf 500.000 Dollar erhöht. Trotzdem verhinderte der Teheraner Staatsanwalt eine Freilassung Zeidabadis gegen Kaution.

Veröffentlicht bei Green Voice of Freedom am 7. April 2011
Quelle (Englisch): http://en.irangreenvoice.com/article/2011/apr/07/3029

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Eine Antwort zu “Ahmad Zeidabadi mit dem Guillermo-Cano-Preis der UNESCO für Pressefreiheit geehrt

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