Sorge um das Leben des inhaftierten Anwalts Seifzadeh

Mohammad Seifzadeh

Zamaaneh, 25. April 2011 – Der vor zwei Wochen verhaftete iranische Rechtsanwalt Mohammad Seifzadeh wird von den Behörden der Islamischen Republik stark unter Druck gesetzt, und nach Angaben seiner Anwältin besteht Gefahr für sein Leben.

Seifzadehs Anwältin Marzieh Nikara sagte gegenüber International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI), es sei ihr nicht möglich, Informationen über den Fall ihres Klienten zu erhalten; die Behörden hätten ihr noch nicht gestattet, seine Akte zu lesen.

„Als ich zusammen mit Herrn Seifzadehs Sohn am 23. April zum Geheimdienst von Oroumiyeh ging, wurde mir nicht gestattet, meinen Klienten zu sehen. Ich weiß nicht einmal, an welchem Tag und wo genau er verhaftet wurde, und ich durfte seine Akte nicht einsehen. Nur sein Sohn durfte ihn etwa zwei Minuten lang sprechen. Er sagte, dass sein Vater stark abgenommen hat und dass er hinkt, und es sei ziemlich klar gewesen, dass er unter Stress steht.“

„Wir haben zwei Wochen lang nichts von Herrn Seifzadeh gehört. Anscheinend ist er wegen eines Forschungsprojekts am 6. April nach Oroumiyeh gefahren. Am 21. April hat er seine Familie kontaktiert und mitgeteilt, dass er im Geheimdienstgebäude von Oroumiyeh ist. Der mit dem Fall betraute Untersuchungsrichter sagte aber, dass Herr Seifzadeh am 11. April festgenommen wurde, und sobald der Fall in seiner Abteilung eingetroffen war, habe er (Seifzadehs) Befrager beauftragt, Seifzadeh zu erlauben, noch am selben Tag seine Familie zu kontaktieren. Dies geschah dann aber erst am 21. April.“

Nikara zufolge wird Seifzadeh „Bedrohung der nationalen Sicherheit durch illegale Ausreise“ vorgeworfen, sie sei aber bislang nicht über Beweise unterrichtet worden, die diese Anklage stützen.

Seifzadeh wird  derzeit mit einer vorläufigen Haftanordnung im Geheimdienstministerium festgehalten. Nikara: „Was aktuell wichtig ist, ist die Krankheit meines Klienten. Er ist herzkrank, und wenn diese Situation anhält, könnte sein Leben in Gefahr sein.“

ICHRI hat die umgehende Freilassung Seifzadehs gefordert.

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi hat den UN-Sonderberichterstatter für die Unabhängigkeit von Richtern und Anwälten aufgerufen, alle ihm zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel einzusetzen, um die Freilassung Seifzadehs zu erwirken.

Mohammad Seifzadeh, ein bekannter Menschenrechtsanwalt und Mitbegründer des Zentrums zur Verteidigung der Menschenrechte, war im vergangenen November verhaftet und zu neun Jahren Haft und einem zehnjährigen Berufsverbot als Anwalt verurteilt worden. Er ist wegen „Verdunkelung und Versammlung mit dem Ziel der Störung der nationalen Sicherheit, regimefeindlicher Propaganda und Gründung des Zentrums zur Verteidigung der Menschenrechte“ angeklagt. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 25. April 2011
Quelle (Englisch): http://www.radiozamaneh.com/english/content/concern-life-detained-iranian-rights-lawyer

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