Neue Kritik an Ahmadinejad wegen Stabschef Mashaei

Mojtaba Zolnour

Zamaaneh, 29. April 2011 – Der Vertreter des obersten Führers bei den Revolutionsgarden hat Mahmoud Ahmadinejad heute scharf kritisiert – ein neues Zeichen für die Unstimmigkeiten zwischen dem iranischen Präsidenten und dem Lager Ayatollah Khameneis.

Mojtaba Zolnour verurteilte die Beziehung zwischen Ahmadinejad und seinem Stabschef Esfandiar Rahim Mashaei und sagte, es habe den Anschein, als sei Mashaei „der eigentliche Präsident Irans“.

Der Nachrichtenagentur ISNA zufolge sagte Zolnour bei einem Treffen in Mashhad: „Herr Ahmadinejad lässt das zerschlissene Seil von Herrn Mashaei nicht los und steht im besonders nahe.“

Ahmadinejads Stabschef Mashaei ist immer wieder zur Zielscheibe der Kritik konservativer Vertreter des Establishments geworden. Ahmadinejads frühere Versuche, Mashaei zu seinem Vizepräsidenten zu machen, waren vom obersten Führer stets vereitelt worden.

Konservative Kritiker bezeichnen Mashaei zuweilen als „Führer einer abweichlerischen Bewegung innerhalb der Regierung.

Trotz wachsender Kritik an Mashaei hat Ahmadinejad sich bisher geweigert, ihn aus seinem Team auszuschließen.

Zolnour erklärte, Mashaei und seine Anhänger glaubten nicht an die Geistlichkeit und die Herrschaft eines aus der Geistlichkeit stammenden obersten Führers. „Sie propagieren einen Islam ohne Teilhabe der Geistlichkeit“, so Zolnour.

Zolnour zufolge wurden alle Auseinandersetzungen um Entlassung und Ernennung von Kabinettsmitgliedern im vergangenen Jahr von Mashaei ausgelöst. „Diese Probleme sind aber angesichts von (Ahmadinejad) großen Diensten an der Regierung von geringer Bedeutung, und der Präsident befindet sich auf der Linie der Ideale des Regimes. Wir hoffen, dass Gott den Herrn Präsidenten von dieser Person befreit.“

Vor Kurzem erst hatte Ahmadinejad den Rücktritt seines Geheimdienstministers Heydar Moslehi akzeptiert, nur um kurz darauf vom obersten Führer Ayatollah Khamenei überstimmt zu werden. Ausgelöst wurde Moslehis Rücktritt angeblich von dessen Auseinandersetzungen mit Mashaei.

Die Wiedereinsetzung des Geheimdienstministers ist von Ahmadinejad nicht gut aufgenommen worden – er hat sich seither von Kabinettsitzungen ferngehalten.

Zolnour warf Mashaei vor, er versuche, die Zusammensetzung der Regierung zu beeinflussen, indem er Getreue des obersten Führers aus der Regierung entfernt.

Nach Auffassung Zolnours,  versucht Mashaei, sich eine Basis im Volk zu schaffen, um der nächste Präsident zu werden. Dabei sei es für Mashaei zweitrangig, auf welche Weise er sich die Unterstützung im Volk verschafft, so Zolnour.

„Sie sind die Mehrheit, und darum glaubt er, dass wir ihren Satellitenempfang und ihre Unterhaltung nicht stören dürfen – Hauptsache, er bekommt die Stimmen“, so Zolnour.

Die Islamische Republik erlaubt keine privaten Satellitenschüsseln. Zwar gibt es sie in vielen Haushalten, aber die Regierung behält sich vor, sie zu beschlagnahmen, was je nach dem Grad konservativer Politik und konservativer Gemütslagen in der Regierung auch umgesetzt wird.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 29. April 2011
Quelle (Englisch): http://www.radiozamaneh.com/english/content/ahmadinejad-rebuked-over-his-chief-staff

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