Iran will „Islamische Menschenrechtscharta“ einführen

Mohammad Javad Larijani

Zamaaneh, 13. Mai 2011 – Der Leiter des Menschenrechtsrats der iranischen Justiz hat Pläne für eine „Islamische Menschenrechtscharta“ bekanntgegeben, die von mehreren islamischen Staaten gemeinsam erarbeitet werden sollen.

Iranische Medien zitierten Mohammad Javad Larijanis Äußerungen vor Iranern in Südafrika: „Die Vorarbeiten zu diesem Projekt wurden bei einem früheren Treffen in Teheran geleistet. Wir werden die Einzelheiten zusammen mit Repräsentanten der Justiz und des Rechtswesens muslimischer Länder festlegen und der Welt bekanntgeben.“

„Die Islamische Menschenrechtscharta wird potenziell sogar nichtmuslimische Länder beeinflussen“, so Larijani. „Westliche Länder haben unter Führung der USA unglaubliche Verbrechen begangen, um unser Land unter Druck zu setzen. Sie haben ein zentrales Thema wie die Menschenrechte zu einem politischen Projekt gemacht.“

Immer wieder wird Iran von westlichen Ländern für seine Menschenrechtsverletzungen kritisiert, insbesondere seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009 und der Niederschlagung der nachfolgenden Proteste durch die Regierung.

Am 24. März hatte der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zum ersten Mal seit 10 Jahren die Ernennung eines Sonderberichterstatters für Menschenrechte in Iran beschlossen. Von den 47 Mitgliedstaaten hatten 22 dafür gestimmt, 14 dagegen, 7 hatten sich enthalten. Hauptanliegen des Menschenrechtsrates waren die Unterdrückung von Regimekritikern und der Anstieg der Hinrichtungen in Iran.

Iran verurteilte die Entscheidung des UN-Menschenrechtsrats und erklärte, der Menschenrechtsrat sei zu einem Instrument der Großmächte und der Machenschaften seiner Mitglieder hinter den Kulissen geworden und sei nicht dafür qualifiziert, die Menschenrechtslage anderer Länder zu beurteilen.

Seit 2005 hat die Islamische Republik keine UN-Menschenrechtsberichterstatter mehr nach Iran einreisen lassen.

Iranische Behörden haben immer wieder betont, dass Menschenrechte je nach Kultur unterschiedlich zu interpretieren sind und von religiösen und kulturellen Unterschieden geprägt werden. Dies ist einer der Gründe, warum die Islamische Republik sich jetzt mit der Ausarbeitung einer Islamischen Menschenrechtscharta befasst.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 13. Mai 2011
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/iran-initiate-islamic-human-rights-charter

4 Antworten zu “Iran will „Islamische Menschenrechtscharta“ einführen

  1. Pingback: Islamische Menschenrechtscharta?

  2. Wie das aussehen wird, wissen wir.Alles unter Scharia-Vorbehalt. Es gibt ja schon die „Kairoer Erklärung“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

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