Geplante Studentenproteste: Universitäten im Belagerungszustand (16. Mai 2011)

(Herkunft des Fotos unbekannt)

Rooz, 16. Mai 2011 – Polizei und Sicherheitskräfte bevölkerten gestern iranische Universitäten, nachdem studentische Gruppen zu einem Tag des Protests aufgerufen hatten. Trotz der hohen Sicherheitspräsenz wurden Lehrveranstaltungen an Universitäten in Teheran, Mashhad und Mazandaran abgesagt.
In der Teheraner Polytechnischen Universität wurden mehreren studentischen Aktivisten, die an vorangegangenen Demonstrationen teilgenommen hatten, am Betreten des Campus gehindert.

Auch von der Universität Mazandaran wurde hohes Polizei- und Sicherheitsaufgebot gemeldet. Mehreren studentische Aktivisten wurde dort mit harschen Konsequenzen gedroht, sollten sie an irgendwelchen Protesten oder Demonstrationen teilnehmen.

Nach Berichten mehrerer Studentenorganisationen wurden an der Teheran-Universität Lehrveranstaltungen abgesagt, Sicherheitskräfte kontrollierten die Bewegungen auf dem Gelände. Potenzielle Demonstranten sollten durch das dichte Sicherheitsnetz abgeschreckt werden. Augenzeugen berichten, dass auf dem Campus selbst, aber auch in der unmittelbaren Umgebung Sicherheitskräfte in Zivil in beträchtlicher Anzahl stationiert waren.

Nach Berichten aus der Universität Isfahan kam es dort zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, bei denen Studenten geschlagen wurden. Universitätseigene Sicherheitsleute überwachten die Bewegungen auf dem Campus, überprüften die Papiere mehrerer Studenten und nahmen Studenten in ihren Büros in Gewahrsam.

Mehr als 40 Universitäten hatten die gestrigen landesweiten Proteste mit Erklärungen unterstützt; darunter die Universitäten Mazandaran, Gilan, Arak, Yazd und Hamedan sowie die Teheran-Universität, die Polytechnische Universität und die Allameh-Tabatabaei-Universität.

Daraufhin hatten die Disziplinarausschüsse der Universitäten Listen der studentischen Aktivisten erstellt und ihnen harte juristische Konsequenzen und disziplinarische Maßnahmen angedroht für den Fall, dass sie an Demonstrationen teilnehmen sollten.

Auch der „Koordinationsrat des Grünen Pfades der Hoffnung“ hatte die Studenten im ganzen Land dazu ermutigt, sich an den Protesten zu beteiligen: „Der Koordinationsrat des Grünen Pfades der Hoffnung verurteilt die Unterdrückung an den Universitäten und anderen höheren Bildungseinrichtungen. Er unterstützt die friedlichen Bemühungen der Studenten an der Basis und lädt die akademische Gemeinschaft hiermit ein, sich an diesem Ausdruck des friedlichen, zivilen Protests zu beteiligen.“

Arash Bahmani

Veröffentlicht bei Rooz Online am 16. Mai 2011
Quelle (Englisch): http://www.roozonline.com/english/news3/newsitem/archive/2011/may/16/article/universities-under-siege.html

Siehe dazu auch: Die Schwierigkeiten der Studentenbewegung (Dust and Trash)

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