Misshandeltes Kind, 3, stirbt nach 18 Tagen an Verbrennungen

Von Helena H. Quartz, Digital Journal, 4. Juni 2011 – Teheran – Barbod, ein dreijähriges misshandeltes Kind, das durch seinen drogenabhängigen Vater siebzigprozentige Verbrennungen erlitten hatte, starb am Donnerstagabend, dem 2. Juni, nach einem 18 Tagen dauernden Kampf um sein Überleben.

In einem erschütternden Artikel berichtete die Iranische Studentische Nachrichtenagentur ISNA [http://www.isna.ir/ISNA/NewsView.aspx?ID=News-1780779&Lang=P], dass der kleine Barbod, das dritte Opfer in einer aktuellen Serie von Kindesmissbrauchsfällen [http://www.digitaljournal.com/article/307057], am Freitag, dem 3. Juni, um 10 Uhr Ortszeit verstorben sei.

Barbod lag 18 Tage lang im Teheraner Mottahari-Krankenhaus. Eine örtliche Kinderhilfsorganisation namens Mehrafarin hatte die Kosten für seine Behandlung während des Krankenhausaufenthalts übernommen. Fatemeh Daneshvar, die Leiterin von Mehrafarin, erklärte gegenüber ISNA: „Wir haben versucht, Barbod in das Chamran-Krankenhaus zu verlegen – eine private Klinik, die mehr auf die Behandlung von Verbrennungen spezialisiert ist – aber sie verlangten dort 70 Millionen (70 000 US-Dollar) von uns, d.h. 1000 US-Dollar für jedes Prozent des Grades seiner Verbrennungen. Das konnten wir uns leider nicht leisten.“

Barbod erlitt Verbrennungen an 70 Prozent der Körperoberfläche, nachdem sein psychisch auffälliger Vater einen vollen Benzinkanister über ihm ausgeschüttet und ihn in Brand gesetzt hatte. Er war allein im Mai 2011 das dritte bekannte Opfer von schwerem Kindesmissbrauch im Iran. Trotz seiner hochgradigen Verbrennungen sei Barbod das geduldigste und ruhigste unter den Kindern seiner Krankenstation gewesen, sagte Fatemeh Daneshvar zu ISNA.

In einem Bericht hatte die Human Rights Activist News Agency (HRA) ein Foto von Barbod im Krankenhaus sowie Details über das schlechte Verhältnis seiner Eltern, das letztendlich Barbods Leben gekostet hat, veröffentlicht. [http://www.en-hrana.com/index.php?option=com_content&view=article&id=333:the-third-victim-of-child-abuse-in-a-month&catid=10:children&Itemid=8] Sein Vater Mohammed wurde abhängig von „Chrystal“, nachdem er insolvent geworden war und wegen seiner Schulden das gesamte Vermögen seiner Familie verloren hatte. Daraufhin fing er an, seine Frau Mina zu verdächtigen. Nach einer harten Beziehung trennte sich Mina von ihm und zog in das Haus ihres Vaters. Der Vater von Barbod bedrohte sie oft, indem er ihr Nachrichten sendete wie: „Entweder Du kommst nach Hause zurück, oder ich werde Dir Barbods Hand schicken“. Ein anderes Mal schrieb er: „Wenn Du nicht zurückkomst, schicke ich Dir Barbods Ohr“. Erst nach 5 Monaten konnte Mina ihren Sohn sehen – im Krankenhausbett, die Haut zu 70 Prozent verbrannt.

Das Ärzteteam hatte nach Barbods Einweisung ins Krankenhaus frühzeitig bekannt gegeben, dass er nur geringe Überlebenschancen habe. Laut Fatemeh Daneshvar hatte seine Mutter mehrmals versucht, das Sorgerecht für ihren Sohn zu bekommen. Die iranischen Gesetze weisen das Sorgerecht dem Vater zu. [http://www.en-hrana.com/index.php?option=com_content&view=article&id=329:a-father-may-kill-his-child-without-facing-retribution&catid=10:children&Itemid=8]

Daneshvar fügte hinzu: „Barbods Fall war eine bittere Lektion für die Gesellschaft und hat die Augen für Kindesmissbrauch im Iran geöffnet.“

Barbods Vater wird derzeit noch in einem anderen Krankenhaus behandelt, er hat ebenfalls fünfzigprozentige Verbrennungen davongetragen. Laut Barbods Großmutter, die auf ihn aufpasste, als Mohammed nach Hause kam und Benzin über den Jungen goss, zog er sich die Verbrennungen zu, weil er „Barbod in den Arm nahm und tröstete“, als dieser brannte und zu schreien anfing.

Übersetzung aus dem Englischen: Elli Mee
Quelle (Englisch): http://www.digitaljournal.com/article/307575

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