Weibliche politische Gefangene fordern Aufklärung des Todes von Haleh Sahabi

Haleh Sahabi

Zamaaneh, 6. Juni 2011 – Weibliche politische Gefangene in Iran haben in einer Erklärung die „Lügen der regierungstreuen Medien über den Tod Haleh Sahabis“ verurteilt und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen gefordert.

Die Aktivistin Sahabi war gestorben, nachdem Sicherheitskräfte der Islamischen Republik bei der Beisetzung ihres kurz zuvor verstorbenen Vaters eingegriffen und sie Augenzeugenberichten zufolge geschlagen hatten.

Sahabi verbüßte eine Haftstrafe für ihre Beteiligung an den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads in 2009. Nachdem ihr 81jähriger Vater ins Koma gefallen war, war sie vorübergehend freigelassen worden.

Am Sonntag veröffentlichten die weiblichen politischen Gefangenen ihre Erklärung auf der oppositionellen Webseite Kalemeh. Sie fordern die Identifizierung und strafrechtliche Verfolgung der Verursacher von Sahabis „Märtyrertod“.

Nach Angaben der iranischen Regierung gibt es zwischen Haleh Sahabis Tod und dem Eingreifen der Sicherheitskräfte bei der Beerdigung ihres Vaters keinen Zusammenhang. Sie sei an einem durch den Verlust ihres Vaters bedingten Herzinfarkt gestorben, so die Regierung. Hunderte iranischer Aktivisten und bekannter Persönlichkeiten stellen diese offizielle Darstellung in Frage und haben eine Untersuchung der Todesumstände gefordert.

Regierungstreue Kräfte hatten Haleh Sahabis Leichnam beschlagnahmt und noch in der Nacht nach der Beisetzung ihres Vaters hastig beerdigt.

Ehemalige Zellengenossinnen Sahabis in Evin haben die offizielle Version der Ereignisse, die zum Tode Sahabis führten, angezweifelt. Zwei Mitglieder der Nationalreligiösen Koalition [der oppositionellen Gruppierung, der Haleh Sahabis Vater angehörte, d. Übers.], Hoda Saber und Amirkhosro Dekirsani, haben angekündigt, mit einem Hungerstreik gegen den Vorfall protestieren zu wollen.

Unterdessen haben 750 iranische Aktivisten in einem Statement erklärt, der Kampf von Ezzatollah und Haleh Sahabi für „Freiheit, Frieden und Gleichheit“ werde „das iranische Establishment auch weiterhin verfolgen“.

„Aller Bemühungen der iranischen Regierung zum Trotz sind das Leben und der Tod der Sahabis verwoben mit dem Freiheitskampf in diesem Land“, schreiben die Aktivisten.

Die Nationalreligiöse Koalition Irans, die Ezzatollah Sahabi bis zu seinem Tode anführte, hatte vergangene Woche in einem Statement eine freie und offene Untersuchung des „schockierenden Verbrechens gegen Haleh Sahabi“ gefordert.

Von staatlicher Seite erfolgte bisher keine Reaktion auf die von Haleh Sahabis Tod ausgelöste öffentliche Empörung.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 6. Juni 2011
Quelle (Englisch): http://www.radiozamaneh.com/english/content/outcry-against-haleh-sahabi%E2%80%99s-death

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2 Antworten zu “Weibliche politische Gefangene fordern Aufklärung des Todes von Haleh Sahabi

  1. Pingback: 22 politische Gefangene in Evins Abteilung 350, denen kein Hafturlaub gewährt wird | Julias Blog

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