„Das Gefängnis von Mashhad ist die Hölle“

Hashem Khastar

ICHRI, 8. Juni 2011 – Hashem Khastar, Chef der Lehrergewerkschaft in Mashhad und Gefangener des Gefängnisses Vakilabad in Mashhad, ist in den Trakt für Mörder und Drogenhändler verlegt worden, nachdem er in einem Brief die unmenschlichen Bedingungen und geheimen Hinrichtungen in Vakilabad offengelegt hatte. In einem Interview mit ICHRI äußerte sich Khastars Ehefrau Sedigheh Maleki besorgt über seine Situation. „Zwei Tage, nachdem Herr Khastar aus dem Trakt für Gewissensgefangene in den für Mörder und andere Schwerkriminelle vorgesehenen Trakt 5 verlegt wurde, bin ich zum Revolutionsgericht gegangen, um herauszufinden, was der Grund für seine Verlegung ist. Einer der Offiziellen dort sagte mir, mein Mann sei wegen seiner Briefe über die Bedingungen in Vakilabad verlegt worden, damit er die Dinge, die sonst noch in diesem Gefängnis passieren, direkt erleben kann. Er sagte mir, ich solle wieder gehen, und sie würden meinen Mann wieder in den Trakt für Gewissensgefangene verlegen. Das ist bisher aber noch nicht passiert.“

Khastar, ein ehemaliger Lehrer an der Hochschule für Agrartechnik, ist Agraringenieur und Chef der Lehrergewerkschaft von Mashhad. Er war am 16. September 2009 bei einem Spaziergang im Park verhaftet und nach Vakilabad gebracht worden. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht reduzierte sein Urteil später auf zwei Jahre. Er hat drei Briefe an den Justizchef geschrieben, in denen es um die harten und unmenschlichen Bedingungen und geheimen Hinrichtungen in Vakilabad geht.

„Mein Mann sagt, dass es in Trakt 5 sehr voll ist und dass er auf dem Boden schläft. In einer Zelle mit 15 Betten sind 60 Gefangene untergebracht, davon schlafen 15 in Betten, 8 auf dem Boden, und der Rest auf den Gängen. Wegen der Überbelegung ist es immer laut, schmutzig und verqualmt. Immer stehen Gefangene vor den Toiletten und Duschen an. Was soll ich sagen?! Wenn es eine Beschreibung der Hölle gäbe, könnte man sie getrost für das Gefängnis Vakilabad in Mashhad verwenden“, so Maleki.

„Bei so vielen Gefangenen auf engem Raum kommt es natürlich immer wieder zu Handgreiflichkeiten. Er weiß, dass wir uns große Sorgen um ihn machen, also erzählt er nichts und sagt immer wieder, wir sollen beruhigt sein, alles sei in Ordnung. Aber ein ehemaliger Gefangener, der in diesem Trakt gesessen hat, hat uns erzählt, dass es dort so voll ist, dass die Gefangenen sich ständig gegenseitig auf die Füße treten. Manchmal steht jemand auf und wirft einfach sein Glas durch den Raum, und es brechen Kämpfe aus. Viele Insassen sind entweder zum Tode oder zu lebenslanger Haft verurteilt, darum stehen sie unter Stress, und ich weiß nicht, wie die Verantwortung der Behörden  aussehen wird, wenn – was Gott verhüten möge – meinem Mann etwas zustoßen sollte.“

„Ich mache mir Sorgen um seine Gesundheit. Er ist sehr schwach. Bevor er ins Gefängnis musste, wog er 87 Kilo, und jetzt wiegt er nur noch um die 60 Kilo. Vor der Haft war er gesund, jetzt ist er krank. Er hat hohen Blutdruck. Wenn ich ihn bei unseren Besuchen nach seiner Gesundheit frage, sagt er, dass er sich von seiner Operation noch nicht erholt hat. Obwohl wir nach seiner Operation Hafturlaub für ihn beantragt haben, hat er noch nicht einen einzigen Tag Hafturlaub bekommen.“

Veröffentlicht bei International Campaign for Human Rights in Iran am 8. Juni 2011
Quelle (Englisch): http://www.iranhumanrights.org/2011/06/khastar-vakilabad/

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