Shirin Ebadi: Islamische Republik bringt politische Gefangene vorsätzlich um

Shirin Ebadi

Zamaaneh, 20. Juni 2011 – Nach den Worten der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi zeugen die Todesfälle unter iranischen politischen Gefangenen von der „organisierten und systematischen Entschlossenheit“ der Regierung der Islamischen Republik, ihre politischen Gegner umzubringen.

Gegenüber der Organisation „International Campaign for Human Rights in Iran“ (IHCRI) erklärte Ebadi: „Wenn ein/e politische/r Gefangener sich nicht beugt, kein Interview gibt und keine falschen Geständnisse ablegt, wenden sie jede Methode an, um ihn oder sie zu brechen. Eine dieser Methoden besteht in der körperlichen Misshandlung, die in manchen Fällen zum Tode führt.“

„Was in Iran geschieht, folgt einem System, und es handelt sich nicht um reine Fahrlässigkeit einiger weniger unbedeutender Gefängnisbeamter. Wäre dem so, hätte die Islamische Republik zumindest bei den ersten Fällen dieser Art eingegriffen und die Schuldigen verfolgt. Dies ist aber, wie wir gesehen haben, nicht geschehen.“

Die 12 Gefangenen, die zur Zeit im Evin-Gefängnis im Hungerstreik sind, forderten die Identifizierung und strafrechtliche Verfolgung der Schuldigen am Tod Hoda Sabers, so Ebadi.

Reza Hoda Saber war nach einem mehrtätigen Hungerstreik gestorben, mit dem er gegen den Tod Haleh Sahabis protestiert hatte. Seine Mitgefangenen haben erklärt, dass er am 8. Tag seines Hungerstreiks in der Krankenstation des Gefängnisses von Gefängnisbeamten geschlagen worden sei. Auch seine Familie hat augesagt, dass die Beamten nach dem Einsetzen seiner Schmerzen seine Verlegung in ein Krankenhaus verzögert hätten.

Shirin Ebadi nannte die Namen weiterer Opfer, die ohne sichtbare Folgen für die Gefängnisbeamten in iranischen Gefägnissen ums Leben kamen:
Akbar Mohammadi, Omidreza Mirsiafi and Zahra Bani-Yaghoub.

Akbar Mohammadi war während der Studentenproteste von 1999 verhaftet worden und starb 2006 wenige Tage nach Beginn eines Hungerstreiks. Sein Anwalt berichtete, dass er vor seinem Tod von Gefängnismitarbeitern verprügelt worden war.

Omidreza Mirsiafi, ein Blogger, der wegen „Beleidigung Ayatollah Khomeinis und Ayatollah Khameneis“ zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, starb im März 2008 im Gefängnis. Nach Angaben der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ gibt es Hinweise darauf, dass Mirsiafi im Gefängnis ermordet wurde.

Die iranische Ärztin Zahra Bani-Yaghoub wurde in einem Park in Hamedan verhaftet, als sie sich gerade mit ihrem Verlobten unterhielt. Sie wurde von Basijis festgenommen und starb später im Gefängnis. Ebadi, die Bani Yaghoub damals als Anwältin vertrat, erklärte: „Ich war ihre Anwältin, und ich weiß, dass dieser angebliche Selbstmord nicht stattgefunden hat sondern von den Behörden vorgeschoben wurde, um den an ihr begangenen Mord zu vertuschen.“

Veröffentlicht bei http://www.radiozamaaneh.org/english/ am 20. Juni 2011
Quelle (Englisch): http://www.radiozamaaneh.org/english/content/ebadi-accuses-iranian-authorities-intent-kill-political-prisoners

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2 Antworten zu “Shirin Ebadi: Islamische Republik bringt politische Gefangene vorsätzlich um

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