Politische Gefangene in Rajai Shahr schreiben an UN-Sonderbeauftragten Ahmad Shaheed

Ahmad Shaheed

RAHANA, 24. Juni 2011 – Mehrere politische Gefangene im Gefängnis Rajai Shahr haben sich mit einem Schreiben an Ahmad Shaheed, den UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte gewandt.

Darin bitten Rassoul Badaghi, Masoud Bastani, Isa Sharkhiz, Ali Ajami, Keyvan Samimi und Heshmatollah Tabarzadi den Sonderberichterstatter, nicht nur die Gefängnisse in der Islamischen Republik, sondern auch die Angehörigen der politischen Gefangenen zu besuchen. Es folgt der auf der Webseite Saham News  veröffentlichte Brief an Dr. Ahmad Shaheed.

Sehr geehrter Herr Ahmad Shaheed,
wir beglückwünschen sie zu Ihrer Ernennung zum Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Iran. Bisher waren wir enttäuscht von der geringen Aufmerksamkeit für die Verletzung der in der iranischen Verfassung und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgelegen Menschenrechte, zu deren Einhaltung sich auch die Islamische Republik verpflichtet hat. Wir sind enttäuscht, dass Iran wegen seiner systematischen Menschenrechtsverletzungen einen besonderen Status hat, der die ständige Überwachung durch internationale Organisationen notwendig macht.

Wir – Journalisten, Studenten, Arbeiteraktivisten, Bürger- und Menschenrechtsaktivisten – sind politische Gefangene und Gewissensgefangene im Gefängnis Rajai Shahr. Ihnen ist bekannt, dass wir im Zusammenhang mit Bürgerrechtsaktivitäten verhaftet wurden, die sich auf die angeblich demokratische Präsidentschaftswahl von 2009 bezogen. Unsere Aktivitäten standen im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und anderen Resolutionen der Vereinten Nationen, zu deren Einhaltung das iranische Regime verpflichtet ist.

Leider haben die politische Führung, der Sicherheitsapparat und die iranische Justiz unsere friedlichen Aktivitäten für subversiv und die daran Beteiligten zu Revolutionsfeinden erklärt. So nehmen sie uns in Haft, verhören uns unter harten Bedingungen und setzen uns unter enormen psychischen und physischen Druck.

Dieses Regime führt unfaire Schauprozesse durch, die ungesetzlich sind und zumeist unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Anwesenheit von Anwälten stattfinden. Im Ergebnis sind vor allem in den letzten zwei Jahren lange Haftstrafen verhängt worden. Gefangene sind unter unwürdigen Bedingungen ins Exil geschickt worden. Die Behandlung der Gefangenen und ihrer Familien ist unislamisch und brutal.

Wir begrüßen die geschätzte Ernennung durch den UN-Menschenrechtsrat und erwarten mit Spannung Ihre Reise nach Iran und Ihre Untersuchung der Gefängnisse in der Islamischen Republik, ihre Besuche bei politischen Gefangenen und Gewissensgefangenen sowie deren Angehörigen, damit Sie sich ein Bild von dem Ausmaß der Grausamkeiten in unserem Land machen können.

Wir danken Ihnen.

Rassoul Badaghi, Masoud Bastani, Isa Saharkhiz, Ali Ajami, Keyvan Samimi, Heshmatollah Tabarzadi

Übersetzung aus dem Englischen
Veröffentlicht bei RAHANA am 24. Juni 2011
Quelle (Englisch): http://www.rahana.org/en/?p=11335
Artikel auf Persisch: http://www.rahana.org/archives/41847

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