Ärztliche Behandlung für kranken inhaftierten Journalisten verweigert

Ahmad Zeidabadi (r.) und Mohsen Aminzadeh haben einen neuntägigen Hungerstreik hinter sich

RFE/RL, 28. Juni 2011 – Nach Aussage der Ehefrau des inhaftierten iranischen Journalisten Ahmad Zeidabadi verschlechtert sich dessen Zustand immer mehr. Er habe zudem sehr stark abgenommen. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.
Wie Mahdieh Mohammadi gestern gegenüber Radio Farda angab, hat Zeidabadi etwa 10 Kilo abgenommen und könnte ernsthaft krank sein. Er darf das Gefängnis jedoch nicht verlassen, um sich medizinisch untersuchen zu lassen.

Sie habe ihren Mann zuletzt am 23. Juni besucht, so Mohammadi. Sie habe Angst, dass er sich bei anderen Gefangenen, mit denen er über lange Zeit zusammen untergebracht war, mit Krankheiten angesteckt haben könnte.

Zeidabadi war einen Tag nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 12. Juni 2009 verhaftet worden. Er ist zu sechs Jahren Gefängnis und fünf Jahren Exil innerhalb Irans sowie einem lebenslangen politischen und zivilen Betätigungsverbot verurteilt. Seiner Ehefrau zufolge hat er seit seiner Verhaftung vor zwei Jahren „nicht einmal eine Stunde“ Hafturlaub erhalten.

Sie habe im Büro des Gefängnisdirektors und in der Krankenstation angerufen und einen Brief an den Staatsanwalt geschrieben, um zu erreichen, dass Zeidabadi entweder ins Krankenhaus gebracht wird oder das Gefängnis zwecks Behandlung verlassen darf. Damit habe sie jedoch nichts erreichen können.

Ahmad Zeidabadi, der 2011 mit dem Guillermo Cano World Press Freedom Award der UNESCO ausgezeichnet wurde, ist Vorstandsmitglied der iranischen Journalistenvereinigung. Außerdem leitet er die größte reformorientierte iranische Studentenorganisation.

Zeidabadi war Professor für Politikwissenschaften und Chefherausgeber der Zeitung „Azad“. Er war auch für andere Medien wie die Tageszeitung Hamshahri, BBC Persian und die Webseite Rooz tätig.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle (Englisch): Radio Free Europe/Radio Liberty, 28. Juni 2011

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