Ölminister empfiehlt stärkere Rolle der Revolutionsgarden in der Wirtschaft

Rostam Ghassemi

Zamaaneh, 7. August 2011– Nach Ansicht des neu ernannten iranischen Ölministers soll die den iranischen Revolutionsgarden zugehörige   Konstruktionsbasis Khatam-ol Anbia sich nicht mehr mit kleinen und mittleren Wirtschaftsprojekten befassen, sondern stattdessen versuchen, die gedrosselten ausländischen Investitionen zu ersetzen.

Der Nachrichtenagentur Mehr News zufolge sagte der frühere Befehlshaber der Basis Khatam-ol Anbia in einer Rede anlässlich der Amtseinführung seines Nachfolgers: „Khatam-ol Anbia verfügt über starke Ressourcen, Experten, Einrichtungen und Infrastruktur. Die Basis ist der größte Auftragnehmer im Land und muss weiter gestärkt werden.“

Ghassemi, der als Leiter der Basis zurückgetreten war, um das Amt des Ölministers zu übernehmen, erklärte: „Wir liegen bei der Erfüllung des 20-Jahres-Plans weit zurück, und in der wenigen verbleibenden Zeit wird unsere Vision nicht mit gewöhnlichen Projekten zu erreichen sein.“

Ghassemis Nachfolger Abolghassem Mozafari Shams betonte, Khatam-ol Anbia werde keine Projekte mehr übernehmen, deren Wert weniger als 100 Millionen Dollar beträgt, keine kleinen oder mittlere Aufträge mehr annehmen und nicht mit dem privaten Sektor in den Wettbewerb treten.

IRGC-Befehlshaber Mohammad Ali Jafari zufolge sollen die Revolutionsgarden nur noch Projekte übernehmen, an denen keine anderen Parteien potentiell beteiligt sind; Projekte, die vom Privatsektor durchgeführt werden können, sollten den entsprechenden Firmen überlassen werden.

Jafari weiter: „Manche glauben, dass die Aufgaben des IRGC sich auf bewaffnete Kämpfe gegen ausländische und  inländische Bedrohungen beschränken sollten. Doch die Mission und die Pflicht der Revolutinosgarden ist nicht auf diese Bereiche begrenzt.“

Die Konstruktionsbasis Khatam-ol-Anbia wurde nach dem achtjährigen Iran-Irak-Krieg auf Anordnung des obersten Führers Ayatollah Khamenei gegründet. Sie wurde zum größten iranischen Auftragnehmer für Entwicklungsprojekte in den Bereichen Industrie und Ingenieurwesen und erweiterte ihre Tätigkeit später auf die Bereiche  Maschinenwesen, Energie, Minenwesen und Verteidigung.

Im Mai wurden alle Tochterunternehmen von Khatam-ol Anbia sowie dessen damaliger Leiter Rostam Ghassemi von den USA mit Sanktionen belegt. Einen Monat später folgten die Vereinten Nationen dem Beispiel der USA und setzten Khatam-ol Anbia zusammen mit 40 weiteren Firmen auf eine schwarze Liste.

Die iranische Opposition hat angesichts der wachsenden Kontrolle der Revolutionsgarden über die iranische Wirtschaft und der Einflussnahme auf die iranische Politik immer wieder Sorge geäußert.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh, 7. August 2011

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