Monatsarchiv: August 2011

Druck auf inhaftierte Anwältin Nasrin Sotoudeh und ihre Angehörigen steigt – Besuchsrecht für Schwester aufgehoben

Nasrin Sotoudeh

Kalemeh, 29. August 2011 – Der Druck der Gefängnisbehörden und Sicherheitsbeamten auf die inhaftierte Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und ihre Familie wird jeden Tag stärker. Vor wenigen Wochen waren ihr Ehemann, ihre beiden kleinen Kinder und ihre Schwestern mehrere Stunden lang im Gefängnis festgehalten worden, als sie zu einem ihrer Besuche dort eintrafen. Nasrin Sotoudeh hatte daraufhin aus Protest alle Besuche von Angehörigen in den letzten drei Wochen boykottiert. Weiterlesen

Iranischer Aids-Arzt aus politischer Haft entlassen

Arash Alaei

Neue Zürcher Zeitung, 29. August 2011– Der bekannte iranische Aidsspezialist Arash Alaei ist nach mehr als drei Jahren in Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war unter den 100 politischen Gefangenen, die anlässlich des Endes des islamischen Fastenmonats Ramadan von Irans geistlichem Führer Ali Khamenei begnadigt wurden.

Das gab sein jüngerer Bruder Kamiar Alaei bekannt. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Kamiar Alaei, er danke allen für ihre Unterstützung.

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Vater eines getöteten Demonstranten bricht nach 26 Monaten sein Schweigen

Jaras/Rahe Sabz, 27. August 2011 – Die Familie des bei den Protesten im Juli 2009 in Teheran getöteten Amir Yousefzadeh hat nach 26 Monaten ihr Schweigen gebrochen.

Bei Protesten gegen die Regierung im Juli 2009 hatten Studenten in der Gegend um den Enghelab-Platz und die Teheran-Universität demonstriert. Sie wurden mit Schlagstöcken angegriffen und teilweise so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Amir Yousefzadeh war einer von ihnen – er starb im Krankenhaus.

In den letzten 26 Monaten haben viele Familien, die Angehörige [bei den Demonstrationen] verloren haben, trotz aller Drohungen ihr Schweigen gebrochen und mit Medien gesprochen. Doch es gibt nach wie vor Familien, die infolge von Druck und Drohungen aus Angst nicht über den Tod ihrer Kinder sprechen wollen. Zumeist handelt es sich dabei um Familien, die noch weitere in Iran lebende Kinder haben und denen wiederholt mit Verhaftung gedroht wurde, sollten sie über die Todesfälle sprechen. Weiterlesen

Im Teheraner Basar drohen Streiks und Proteste

Zamaaneh, 29. August 2011 – Am Teheraner Basar droht es weiterhin zu Streiks zu kommen. Berichten zufolge sollen bei einer Demonstration gegen neue Steuergesetze am Samstag mindestens 16 Menschen verhaftet worden sein.

Wie die oppositionelle Webseite Kalemeh berichtet, verhafteten Sicherheitskräfte die Demonstranten unter dem Vorwurf der „Anstachelung der Kaufleute und Ladenbesitzer zu Protesten und dem Skandieren von Parolen“. Weiterlesen

Oppositionsführer Karroubi soll zu „Geständnissen“ bewegt werden

Mehdi Karroubi

Zamaaneh, 28. August 2011 – Nach einem Bericht der Menschenrechtsseite International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI) soll der unter Hausarrest stehende iranische Oppositionsführer Mehdi Karroubi angeblich von iranischen Sicherheitskräften „massiv“ unter Druck gesetzt werden, damit er sich bereiterklärt, im Fernsehen ein „Geständnis“ abzulegen.

ICHRI beruft sich auf eine nicht namentlich genannte „glaubwürdige“ Quelle innerhalb Irans. „Karroubi ist von einem Psychiaterteam umgeben, das ihn in Kooperation mit seinen Wärtern zu manipulieren versucht, damit er sich mit einem Fernsehinterview einverstanden erklärt“, wird die Quelle zitiert.

ICHRI-Sprecher Hadi Ghaemi: „Wir sind in extremer Sorge um die Gesundheit und das Wohlergehen Karroubis, der 74 Jahre alt ist. Seit sechs Wochen haben weder seine Frau, noch seine Familie oder ihm nahestehende Personen etwas von ihm gehört.“ Weiterlesen