Zehntausende protestieren in Nordwestiran

GVF, 4. September 2011 – Bei Angriffen von Sicherheitskräften gegen zehntausende Demonstranten ist es am Samstag zu Zusammenstößen gekommen. Die Demonstranten in den mehrheitlich von aserischstämmigen Iranern bewohnten Städten Oroumiyeh, Tabriz und Ahar waren für die Rettung des von Austrocknung bedrohten Urmia-Sees im Nordwesten Irans auf die Straße gegangen, um ihrem Zorn angesichts der Untätigkeit der Regierung bei der Lösung des Problems Ausdruck zu verleihen. Der Urmia-See ist der größte See im Nahen Osten und der drittgrößte Salzsee der Erde.

Quellen gaben gegenüber GVF an, dass sich in Tabriz – der Hauptstadt der Provinz Ost-Aserbaidschan – gegen 18 Uhr am Basar der Stadt tausende Demonstranten in Bewegung gesetzt hätten, um zum Gebäude des örtlichen Gouverneurs zu marschieren. Sicherheitskräfte hätten auf die friedlichen Proteste mit brutaler Gewalt reagiert.

Anti-Aufruhr-Einheiten auf Motorrädern attackierten Demonstranten und setzten Pfefferspray und Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Mehrere Demonstranten sollen durch Schläge mit Schlagstöcken verletzt und viele weitere verhaftet worden sein. Die Einwohner von Tabriz blieben stundenlang auf den Straßen der zentralen Stadtteile von Tabriz präsent, und bis in die späten Abendstunden kam es immer wieder zu sporadischen Zusammenstößen.

Die Internetseite HRANA („Human Rights News Agency“) berichtet von Dutzenden Verhaftungen in Oroumiyeh, wo Sicherheitskräfte mit Gummigeschossen gegen Demonstranten vorgegangen sein sollen.

Nach Angaben des persischsprachigen Dienstes von BBC waren Sicherheitskräfte seit Samstag Morgen in Bereitschaft, nachdem für Samstag weitere Protestmärsche geplant worden waren. Die Demonstranten fordern von den Behörden umgehende Schritte zum Schutz des Urmia-Sees.

In Ahar, einer weiteren wichtigen Stadt in der ostiranischen Provinz Aserbaidschan, herrschte seit den frühen Morgenstunden des 3. September eine erhöhte Sicherheitsatmosphäre.

Auch in der Umgebung des iranischen Parlamentsgebäudes in der iranischen Hauptstadt Teheran waren Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, nachdem Umweltaktivisten zu Protesten gegen die Gleichgültigkeit der Abgeordneten gegenüber dem Schicksal des Sees aufgerufen hatten.

Vor Kurzem hatte das iranische Parlament eine Bereitstellung von Finanzmitteln für die Umleitung von Wasser aus dem Aras-Fluss abgelehnt, durch die der Wasserspiegel im Urmia-See angehoben werden sollte. Der Vorschlag des Parlaments, die Bevölkerung im Umkreis des Sees umzusiedeln, hatte zusätzlich für heftigen Unmut gesorgt.

Dies ist schon die zweite Protestwelle im iranischen Aserbaidschan innerhalb weniger als einer Woche. Schon am vergangenen Sonntag waren Tausende auf die Straße gegangen, um von der Regierung die Rettung des Urmia-Sees einzufordern.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Green Voice of Freedom, 4. September 2011

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3 Antworten zu “Zehntausende protestieren in Nordwestiran

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