Iran schließt zwei reformorientierte Zeitungen

Die Redaktion von "Roozgar" mit der ersten Ausgabe (2006)

RFE/RL, 6. September 2011 – Iran hat nach der Veröffentlichung von Ahmadinejad-kritischen Artikeln zwei Zeitungen geschlossen.

Nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA wurde das reformorientierte Nachrichtenmagazin Sharvand-e Emrouz wegen Verstößen gegen das Pressegesetz geschlossen. Die Tageszeitung Roozgar sei wegen Veröffentlichung von Propaganda vorübergehend ebenfalls geschlossen worden, so IRNA.Beide Zeitungen waren schon in der Vergangenheit geschlossen worden.

Seit 2000 hat Iran mehr als 100 Zeitungen und Publikationen unter dem Vorwurf schließen lassen, sie seien „Schachfiguren des Westens“.

Die jüngsten Schließungen erfolgten im Vorfeld der für kommenden März angesetzten Parlamentswahlen in der Islamischen Republik.

Der iranische oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei hatte vergangene Woche erklärt, der Wahlgang im März stelle ein potenzielles Sicherheitsrisiko für das Land dar. Er rief zu nationaler Einheit auf.

Die letzten Wahlen von 2009, bei der Präsident Mahmoud Ahmadinejad unter umstrittenen Umständen wiedergewählt wurde, hatten wochenlange blutige Proteste ausgelöst.

Analysten zufolge fürchtet die iranische Führung, dass sich die Ereignisse von 2009 wiederhholen könnten oder – was wahrscheinlicher ist – eine geringe Wahlbeteiligung unzufriedener Wähler.

Reuters

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Free Europe/Radio Liberty, 6. September 2011

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