Iranische Justiz dementiert Freilassung der amerikanischen Wanderer

Zamaaneh, 14. September 2011 – Wie die iranische Justiz heute mitteilte, wurden den beiden in Iran inhaftierten US-Bürgern noch keine Freilassung gegen Kaution gewährt. Iranischen Medienberichten zufolge dementierte die Justiz jüngste Berichte über eine bevorstehende Freilassung Shane Bauers und Josh Fattals gegen Kaution. Der Antrag auf eine solche Freilassung liege zwar vor, werde aber noch geprüft. Alle anderslautenden Berichte seien falsch.

[Der iranische Präsident] Mahmoud Ahmadinejad hatte gestern in einem Interview mit NBC erklärt, die beiden US-Bürger sollten innerhalb von 2 Tagen freigelassen werden.

Bauer und Fattal waren im vergangenen Monat wegen „illegalen Eindringens und Spionage für US-Stellen“ zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Massoud Sahifi, der Verteidiger der beiden, hatte ebenfalls mitgeteilt, dass er die Eltern seiner Klienten und die schweizerische Botschaft über die Entscheidung der [iranischen] Justiz informiert habe, die beiden US-Bürger freizulassen.

Parviz Sarvari, Vorsitzender der parlamentarischen Kommission für innere Sicherheit, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Mehr News: „Wenn die Islamische Republik die beiden US-Spione ohne Gegenleistung der US-Regierung freilässt, würde sich dies gegen die Essenz der Islamischen Revolution richten.“

„Dass der Präsident die Freilassung der Spione ohne Absprache mit der Justiz verspricht, stellt eine Einmischung in die Angelegenheiten der Justiz dar“, so Sarvari weiter. „Laut Verfassung hat die Exekutive keine Macht, über das Schicksal von Menschen zu entscheiden, die wegen Spionage angeklagt sind.“

Gestern war berichtet worden, dass das Berufungsgericht beschlossen habe, Bauer und Fattal gegen eine Kaution in Höhe von 500.000 Dollar freizulassen und in die USA zurückkehren zu lassen. Ihre Begleiterin Sarah Shourd durfte dies bereits letztes Jahr tun. Ahmadinejads jüngste Auseinandersetzungen mit der Exekutive und der Judikative sind diesem Fall jedoch offenbar im Weg, weshalb das Schicksal der beiden Amerikaner jetzt weiterhin in der Schwebe ist.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh, 14. September 2011

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