Iranische Kulturschaffende fordern Freilassung inhaftierter Kollegen

Eine der Gefangenen, deren Inhaftierung kritisiert wird: Die Schauspielerin Marzieh Vafarmehr

RFE/RL, 14. September 2011 – Mehr als 80 iranische Kulturschaffende haben die Freilassung inhaftierter Kollegen und die Überprüfung der gegen sie verhängten Urteile gefordert. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

In iranischen Gefängnissen würden derzeit so viele Kulturschaffende festgehalten, dass man einige Gefängnisse ebensogut als „Häuser der Künstler“ bezeichnen könnte, so die Schriftsteller, Dichter, Maler, Fotografen, Schauspieler und Musiker in ihrer Erklärung.

Die am 12. September auf der oppositionellen Webseite Jaras veröffentlichte Erklärung kritisiert vor allem die Verhaftungen der Schauspielerin Marzieh Vafarmehr, des Schauspielers Ramin Parchami, der Filmregisseure bzw. Filmregisseurin Jafar Panahi, Mohammad Rasoulof und Mahnaz Mohammadi, der Schauspielerin Pegah Ahangarani und der Fotojournalistin Maryam Majd, von denen einige nach wie vor im Gefängnis sitzen.

Parchami war während der Solidaritätsproteste für die Erhebungen in Ägypten und Tunesien am 14. Februar in Teheran festgenommen worden. Er sitzt im Teheraner Evin-Gefängnis.

Vafamehr wurde im Juli verhaftet. Ihr Ehemann Naser Taghavi, ein bekannter Filmregisseur und Drehbuchautor, sagte damals gegenüber Radio Farda, die Vorwürfe gegen seine Frau seien nicht politischer Natur und bezögen sich auf den Film „My Tehran for Sale“, in dem sie die Hauptrolle spielt. Taghvai gab an, seine Frau werde im Gefängnis Gharchak in einem Teheraner Vorort festgehalten.

Unterschrieben haben die Erklärung u. a. die Romanautorin Shahrnoush Parsipour, der Karikaturist Mana Neyestani und der Fotograf Hassan Sarbakhshian.

Persisch

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Free Europe/Radio Liberty, 14. September 2011

2 Antworten zu “Iranische Kulturschaffende fordern Freilassung inhaftierter Kollegen

  1. Marzieh Vafamehr befindet sich immer noch im Gefängnis Gharchak in Varamin – es handelt sich dabei um eine umgebaute Hühnerfarm, in der erschreckende Haftbedingungen herrschen. Ihr Ehemann hat dies laut einer Meldung von Jaras vom 2. September bestätigt. Dabei hatte der Generalstaatsanwalt zugesichert, sie würde auf Kaution freikommen. Dies geschah aber nicht, stattdessen wurde ihr Fall an ein Gericht weitergeleitet.

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