Irans Parlament will 3-Milliarden-Finanzbetrug untersuchen

Shamseddin Hosseini

Zamaaneh, 17. September 2011 – Das iranische Parlament hat Wirtschaftsminister Shamseddin Hosseini vorgeladen, um ihn zu dem 3-Milliarden-Finanzbetrug zu befragen, in den auch die iranische Zentralbank verwickelt ist.

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr News wurde die Vorladung von den parlamentarischen Ausschüssen für Innenpolitik, Finanzen und Wirtschaft initiiert, nachdem die Medien eine Woche lang intensiv über den sich anbahnenden Skandal berichtet hatten.„Die Öffentlichkeit erwartet, über alle Aspekte dieses Betruges informiert zu werden und will, dass die Verantwortlichen die höchstmögliche Strafe erhalten“, so der Abgeordnete Moosalreza Servati.

Ausgangspunkt des Betruges, bei dem in einem Zeitraum von vier Jahren Darlehen und Kredite im Umfang von 3 Milliarden Dollar beiseite geschafft wurden, soll eine Filiale der Bank Saderat gewesen sein.

Die konservative Elite Irans macht die „Abweichlergruppe“ – ein Ausdruck des Establishments für Mahmoud Ahmadinejads Verbündete – für den Betrugsfall verantwortlich. Ihrer Meinung nach wird diese „Abweichlergruppe“ von Ahmadinejads Kabinettschef Esfandiar Rahim Mashaei angeführt. Er wird ebenfalls beschuldigt, bei der Veruntreuung seine Finger im Spiel zu haben.

Ahmadinejad hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt, sein Kabinett und seine Regierung seien „die sauberste Regierung der Geschichte“.

Die Justiz hat den iranischen Generalstaatsanwalt Gholamhossein Mohseni Ejeie mit der Untersuchung des Falls beauftragt. Er ist bereits nach Ahvaz gereist, um die Abteilung der Bank Saderat zu untersuchen, in der der Betrug seinen Ausgang genommen haben soll.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

2 Antworten zu “Irans Parlament will 3-Milliarden-Finanzbetrug untersuchen

  1. Na also. Lässt man einen dieser korrupten Staatsanwälte ran, dann klärt sich alles sofort auf. 19 Personen wurden verhaftet, man weiß, wo das Geld hin ist und auch zu was es gebraucht wurde. Alle Verdächtigen wurden ins Visier genommen, so weit hinauf wie nötig.
    Hach! Ist das nicht wieder ein Musterbeispiel an perfekter Polizeiarbeit? 😀
    Blitzgescheite Justiz und strunzdumme Diebe – wie im Märchen.

  2. Dazu sollte man wissen, dass die Machtstrukturen im Iran es erlauben, jederzeit einen Betrug auch in dieser Größenordnung zu initiieren.
    Ebenso wichtig zu wissen: die Regierung erlässt zur Zeit einige Gesetze, die es der Sepah erschweren, ihre korrupten Geschäfte weiterzuführen. Außerdem hat Ahmadi so oft direkte Anweisungen des Führers ignoriert, dass Khamenei sich nicht einmal mehr traut, sie öffentlich zu geben. Der ausdrückliche Befehl, Mashaie zu entlassen, ist eine davon.
    Aber das alles ist sehr leise. Bankbetrug ist laut.

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