Ahmadinejads „Abweichlergruppe“ macht sich auf zu den Vereinten Nationen

Gegner des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad protestieren wenige Blocks entfernt vom UN-Hauptgebäude (New York, 19. September)

RFE/RL, 20. September 2011– Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad ist in Begleitung seiner Frau und seinem engsten Beraterkreis auf dem Weg nach New York, wo er an der diesjährigen UN-Generalversammlung teilnehmen wird. Auch sein umstrittener Berater Esfandiar Rahim Mashaei soll sich unter seinen Begleitern befinden. Dies berichten iranische Nachrichtenagenturen.

Mashaei, der von erzkonservativen Medien gern als Anführer einer „Abweichlerbewegung“ dargestellt wird,  die die Geistlichkeit ins Abseits drängen will, wurde in den letzten Monaten nicht oft in der Öffentlichkeit gesehen.

Viele Hardliner werfen ihm vor, den iranischen Präsidenten negativ zu beeinflussen, der infolge des Machtkampfes mit dem obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei zunehmend isoliert ist. Es wurden sogar Forderungen nach einer Verhaftung Mashaeis laut.

Mashaei hatte für März eine Reise in die USA geplant, die aber anscheinend von Khameneis Verbündeten verhindert wurde. Mashaei soll versucht haben, inoffiziell Kontakte zu knüpfen, um im Namen Ahmadinejads, aber ohne Einverständnis Khameneis mit Washington Gespräche zu initiieren. Khamenei hat in allen staatlichen Angelegenheiten das letzte Wort.

Esfandiar Rahim Mashaei

Während der iranische Präsident in New York weilt, gehen die Angriffe gegen ihn und seine Entourage im Inland weiter, insbesondere im Zusammenhang mit dem jüngsten Veruntreuungsskandal, in dem auch Mashaeis Name gefallen ist.

Ahmadinejad hat sein Kabinett als die „sauberste Regierung der Geschichte“ bezeichnet und gewarnt, er werde nicht weiter schweigen, wenn die Anschuldigungen nicht aufhören. Dass er Mashaei nach New York mitnimmt zeit, dass er nicht die Absicht hat, sich von seiner Rechten Hand zu distanzieren, dessen Tochter zudem mit Ahmadinejads Sohn verheiratet sein soll.

Der konservative Parlamentsabgeordnete Nourollah Heydari sagte gegenüber der Webseite Fararu, Ahmadinejad habe Mashaei nach New York mitgenommen, um seine Verhaftung zu verhindern. „Ahmadinejad rechnete damit, dass Mashaei während seiner Abwesenheit verhaftet werden könnte, (also) nahm er ihn mit nach New York“, so Heydari in dem Bericht. „Ich habe erwartet, dass Mashaeis Clique verhaftet wird, wenn (Ahmadinejad) in New York ist. Dann wäre endlich alles geregelt gewesen, (aber) er hat Mashaei nach New York mitgenommen.“

Vor seiner Abreise hatte Ahmadinejad gesagt, er sehe eine seiner Hauptprioritäten in einer Refomr des „Globalen Managements“. Die Vereinten Nationen würden zudem von „einer Minderheit“ dominiert, so der Präsident.

Anscheinend macht der streitbare iranische Präsident sich bereit, um in seiner Ansprache vor den Vereinten Nationen ein weiteres Mal gegen die Vereinigten Staaten und deren Verbündete zu wettern.

Golnaz Esfandiari

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Free Europe/Radio Liberty

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