Iran bestätigt Verhaftung von Filmemachern

Zamaaneh, 20. September 2011 – Das iranische Geheimdienstministerium hat heute die Verhaftung mehrerer Personen bestätigt. Sie seien verhaftet worden, weil sie mit dem Sender BBC Persian zusammengearbeitet hätten.

Iranische Medien zitierten eine Erklärung des Ministeriums, in der es hieß: „Wir haben Elemente eines illegalen Netzwerkes identifiziert und verhaftet, das mit dem staatlichen britischen Sender BBC zusammengearbeitet und dem kolonialen Spionagedienst Informationen geliefert hat. Ziel des Netzwerks war es, den Experten des Feindes, die einen psychologischen Krieg gegen Iran und den Islam führen, Nachrichten und Propaganda zur Verfügung zu stellen.“

Aus der Erklärung geht nicht hervor, wie viele Personen verhaftet wurden. Es heißt jedoch, dass sie „gegen exorbitante Geldsummen, die durch geheime Kanäle und komplexe Geldwäschemethoden geheimer Dienste [transferiert wurden], illegale Untergrund-Aktivitäten ausführten.“ Das Ministerium verfolge weitere Verdächtige und rufe die iranischen Medien zur Zurückhaltung bezüglich der Verbreitung unbestätigter Nachrichten auf, heißt es in der Erklärung weiter.

Vor wenigen Tagen hatte der „Iran’s Young Reporters Club“, der Verbindungen mit der staatlichen Rundfunkanstalt Seda-va-Sima und der Zentralen Nachrichtenagentur hat, über die Verhaftung mehrerer „BBC-Kollaborateure“ in Iran berichtet und die Initialen von sechs Personen veröffentlicht, die mit dem Fall in Verbindung stehen sollen.

Die oppositionelle Webseite Jaras berichtete heute, dass der iranische Dokumentarfilmer und Filmkritiker Naser Saffarian unter den Verhafteten sei. Gestern hatte Mohammad Hosseini, Minister für Kultur und [islamische] Führung, die Verhaftung mehrerer Dokumentarfilmemacher wegen Zusammenarbeit mit der BBC bestätigt.

Hosseini warf der BBC vor, die Wahlproteste von 2009 angefacht zu haben und erklärte: „Wir können eine Nachrichtenagentur, die gegen die Islamische Republik Iran und die Interessen des Landes arbeitet, nicht stärken. Unsere Freunde müssen mit ihren Aktivitäten vorsichtiger sein.“

Auch die BBC meldete sich zu Wort und erklärte, man habe keine der verhafteten Personen als Mitarbeiter beschäftigt. Die Verhafteten seien unabhängige Filmemacher, deren Werke bei verschiedenen internationalen Veranstaltungen gezeigt worden seien. BBC habe das Recht auf diese Filme erworben und sie zeigen dürfen. Die Filme seien unabhängige Werke und nicht von der BBC in Auftrag gegeben worden.

Auch der Chef von BBC Persian wies die Äußerungen der iranischen Behörden zurück und betonte, niemand in Iran arbeite mit dem Sender zusammen.

Die Leiterin des Sprachdienstes von BBC, Liliane Landor, erklärte, die Verhaftungen seien Teil der „anhaltenden Versuche der iranischen Regierung“, den Sender wegen seiner unparteiischen Berichterstattung in seinen persischsprachigen Nachrichtensendungen „unter Druck zu setzen.“

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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