Offener Brief der Iranischen Journalistenunion an amerikanische Medien

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Rooz, 21. September 2011 – Die Internationale Vereinigung Iranischer Journalisten hat amerikanische Journalisten und Reporter in einem offenen Brief aufgefordert, den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad zu fragen, warum iranische Journalisten inhaftiert und mit Schreibverboten belegt werden. Der Wortlaut des Briefes:

An Herausgeber, Reporter, Journalisten und Autoren in den Vereinigten Staaten

Die Internationale Vereinigung Iranischer Journalisten (IAIJ) bittet um Hilfe bei der Befreiung Ihrer iranischen Kollegen.

Sehr geehrte Kollegen,
wie Sie wissen, befindet Mahmoud Ahmadinejad sich nach der umstrittenen und fragwürdigen Präsidentschaftswahl [von 2009] erneut auf dem Weg in die Vereinigten Staaten.

Wie schon bei vorangegangenen Besuchen in den letzten Jahren wird der unrechtmäßige Präsident der Islamischen Rebpulik wieder mit Vertretern der amerikanischen Medien zusammentreffen und behaupten, dass Iran das freieste Land der Welt ist. Wieder wird er abstreiten, dass in Iran Menschenrechte verletzt, Medien zensiert und Freiheiten unterdrückt werden.

Wir als Journalisten möchten Sie nochmals darauf hinweisen, dass Iran das weltweit größte Gefängnis für Journalisten ist. Zur Zeit sitzen etwa 18 iranische Journalisten im Gefängnis, und eine Bloggerin wurde kürzlich mit 50 Peitschenhieben dafür bestraft, dass sie das getan hat, was Aufgabe aller ihrer Journalistenkollegen auf der ganzen Welt ist, nämlich über das Leben und die Nachrichten aus ihrer Umgebung zu berichten.

Der Justiz- und Sicherheitsapparat der Islamischen Republik Iran hat diese Journalisten, Reporter, Blogger und Autoren verhaftet und nach wiederholter Folterung und Einzelhaft zu langen Haftstrafen verurteilt und/oder ihnen gänzlich verboten zu schreiben.

Professionelle Medienschaffenden ihre Arbeit zu verbieten ist eine neue Politik der Justiz der Islamischen Republik Iran, die im Verlauf der letzten zwei Jahre vermehrt zur Anwendung gekommen ist. Das gegen Ahmad Zeidabadi vehängte lebenslange Arbeitsverbot, das lebenslange Arbeitsverbot für Jhila Bani Yagoub, 5 Jahre Arbeitsverbot für Badrolsadat Mofidi und 10 Jahre Arbeitsverbot für Masoud Lavasani sind nur einige Beispiele für derartige Urteile gegen iranische Journalisten.

Zur Zeit erleben iranische Journalisten in iranischen Gefängnissen schlimmste Zustände. Ihnen werden selbst solche Rechte verwehrt, die anderen Gefangenen zugestanden werden, weshalb sie immer wieder mit Hungerstreiks protestieren. Der Journalist und Menschenrechtsaktivist Hoda Saber ist das jüngste Opfer dieser Art von Verfolgung, der zum Mittel des Hungerstreiks griff und dabei sein Leben verlor , weil die Gefängnisbeamten seine Hilfsbedürftigkeit ignorierten.

Liebe Kollegen, bitte stellen Sie Mahmoud Ahmadinejad die Frage: „Warum sind diese Journalisten im Gefängnis?“

Wir rufen Sie in aller Ernsthaftigkeit auf, ihn einstimmig zur Freilassung Ihrer Kollegen in Iran aufzufordern.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Rooz Online

Siehe hierzu auch:
Eine Präsidentschaftswahl, hunderte verhaftete Journalisten (von Masih Alinejad)

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