Tagesarchiv: 22. September 2011

Offener Brief Fatemeh Karroubis an den Justizchef

Mehdi und Fatemeh Karroubi

Saham News, 22. September 2011 – In einem an den iranischen Justizchef adressierten offenen Brief beschreibt Fatemeh Karroubi, die Ehefrau des unter Hausarrest stehenden Oppositionsführers Mehdi Karroubi, die Umstände, unter denen ihre Familie in den vergangenen 210 Tagen leben musste. Sie verweist in dem Brief nochmals auf den Umstand, dass Karroubi die für alle Gefangenen geltenden Grundrechte wie Zugang zu Büchern, Zeitungen, Telefon, regelmäßigen Familienbesuchen und Aufenthalten im Freien entzogen wurden.

Weiterhin weist sie darauf hin, dass die Familie nach Auffassung der Sicherheitsinstitutionen die Miete für die Wohnung bezahlen soll, in der Karroubi zur Zeit festgehalten wird. Weiterlesen

Iranische Friedensnobelpreisträgerin verurteilt Erhängung eines Minderjährigen

Shirin Ebadi

RFE/RL, 22. September 2011 – Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi hat die Hinrichtung eines des Mordes für schuldig befundenen iranischen Minderjährigen verurteilt. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

Der 17jährige Ali-Reza Mola Soltani war am 21. September in der westlich von Teheran gelegenen Stadt Karaj öffentlich durch den Strang hingerichtet worden, weil er den beliebten Sportler Rouhollah Dadashi im Juli getötet hatte. Der Gewichtheber und Bodybuilder, der aus Wettkämpfen der stärksten Männer Irans zwei Mal als Sieger hervorgegangen war, wurde mit einem Messer erstochen. Weiterlesen

UN-Sonderberichterstatter für Iran: „Mir ist bewusst, was auf mich zukommt“

Ahmed Shaheed (links) mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon (Archivfoto)

RFE/RL, 20. September 2011
Von Courtney Brooks

Ahmad Shaheed, von den Malediven stammender Berufspolitiker und einer der Schlüsselarchitekten für die demokratischen Reformen auf dem entlegenen Archipel, hat sich einer gewaltigen Aufgabe gestellt: Er ist der erste Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Iran seit 2002.

Shaheed trat sein Amt, das auf die Dauer von 8 Monaten angelegt ist, sehr wahrscheinlich aber verlängert werden wird, am 1. August dieses Jahres an. Er hat es mit einer Regierung zu tun, die ihn nicht ins Land lassen will, mit Gefängnissen, in denen noch immer viele der während der brutalen Niederschlagung der Proteste gegen die umstrittene Präsidentschaftswahl von 2009 verhafteteten Dissidenten sitzen, und mit Familien, deren Angehörige durch die Hand des Regimes starben und die Antworten und einen Abschluss der Fälle fordern. Weiterlesen