Tagesarchiv: 27. September 2011

Drei Journalisten staatlicher Medien in Iran verhaftet

RFE/RL, 27. September 2011 – In den letzten Wochen sind nach Berichten von Radio Farda von RFE/RL drei für iranische staatliche Medien arbeitende iranische Journalisten verhaftet worden. Es handelt sich dabei um Mehrdad Sarjouei, Amir Ali Alamehzadeh und Hadi Ahmadi.
In den letzten 10 Jahren wurden unzählige unabhängige Medien geschlossen, viele Journalisten sitzen im Gefängnis oder mussten das Land verlassen.

Oppositionelle iranische Webseiten berichteten am 25. September, dass der für die Nachrichtenagentur ILNA (Iranian Labor News Agency) tätige Alamehzadeh am 17. September in Gewahrsam genommen wurde. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Ahmadi, der für das Wirtschaftsressort der Nachrichtenagentur ISNA (Iranian Students News Agency) arbeitet, wurde Anfang des Monats in der westlich von Teheran gelegenen Stadt Karaj verhaftet. Die Webseite Kalemeh, die Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi nahesteht, berichtete schließlich über die Verhaftung Mehrdad Sarjouei vor über zwei Monaten in Teheran. Sarjouei schreibt für den internationalen Teil von englischsprachigen Zeitungen, die in Teheran veröffentlicht werden. Er wird gegenwärtig in Abteilung 209 des Teheraner Evin-Gefängnisses festgehalten. Früher hatte er für das Dezernat für internationale Beziehungen des Zentrum für Strategische Forschung im Schlichtungsrat gearbeitet. Weiterlesen

Iran lobt Syriens Reformversprechen

Ali Akbar Salehi

Zamaaneh, 27. September 2011 – Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hat die Versprechen der syrischen Regierung, Parlamentswahlen abhalten und die Bildung verschiedener politischer Parteien zuzulassen, als „notwendige Reformen“ gewürdigt.

Der iranischen Nachrichtenagentur IRNA gegenüber erklärte Salehi: „Leider sind viele Länder, die die syrische Regierung unter Druck setzen, mit diesen Reformen nicht zufrieden und stellen weitere Forderungen.“ Syrien sei eines der „wichtigsten Glieder des Widerstandes in der Region“, und sein „wichtiger Platz“ müsse „geschützt“ werden. Weiterlesen

„Haus des Kinos“ gerät wegen Unterstützung für inhaftierte Filmemacher in die Kritik

Zamaaneh, 27. September 2011 – Anhänger der iranischen Regierung haben die Schließung des [iranischen Filmverbandes] „Haus des Kinos“ gefordert, weil dieses die kürzlich wegen angeblicher Kollaboration mit dem britischen Sender BBC verhafteten Dokumentarfilmer unterstützt hatte.

Das „Haus des Kinos“ hatte seit den Verhaftungen am vergangenen Sonntag in zwei Erklärungen „Respekt vor den Rechten Gefangener und Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften“ gefordert.

Behrouz Jafari, Parlamentsabgeordneter und Mitglied des parlamentarischen Kulturausschusses, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Fars News: „Das Haus des Kinos ist ein Berufsverband und hat sich in letzter Zeit mehr mit politischen Dingen beschäftigt als mit beruflichen Fragen. Daher sollten die Aufsichtsbehörden erwägen, der Organisation die Lizenz zu entziehen.“ Weiterlesen

Iranische Bürgerrechtsaktivistin zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt

Nargess Mohammadi

Zamaaneh, 27. September 2011 – Nargess Mohammadi, stellvertretende Vorsitzende des Iranischen Zentrums zum Schutz der Menschenrechte und Geschäftsführende Direktorin des „National Council of Peace“, ist von der Justiz der Islamischen Republik zu 11 Jahren Haft verurteilt worden.

Gegenüber BBC kündigte Mohammadi an, das Urteil anfechten zu wollen: „Ich bin weder politisch, noch bin ich eine Aufwieglerin, und ich akzeptiere ein solches Urteil gegen mich nicht.“ Weiterlesen

WHO: Iran unter den Ländern mit der schlimmsten Luftverschmutzung

RFE/RL, 27. September 2011 – Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge ist die Luft in Städten in Iran, Pakistan und der Mongolei am ungesündesten. Eine neue globale Studie der WHO hat den höchsten Anteil von Luftpartikeln unter 10 Mikrometern Größe in der südwestiranischen Stadt Ahvaz festgestellt. Die Partikel – Schwefel- und Stickstoffoxid aus Kraftwerken, Autoabgasen und Fabriken – können bei Menschen Atemwegsprobleme hervorrufen. Als Obergrenze empfiehlt die WHO einen Anteil von 20 Mikrogramm solcher Partikel; in Ahvaz liegt der Jahresdurchschnitt der Studie zufolge hingegen bei 372 Mikrogramm. Weiterlesen