„Haus des Kinos“ gerät wegen Unterstützung für inhaftierte Filmemacher in die Kritik

Zamaaneh, 27. September 2011 – Anhänger der iranischen Regierung haben die Schließung des [iranischen Filmverbandes] „Haus des Kinos“ gefordert, weil dieses die kürzlich wegen angeblicher Kollaboration mit dem britischen Sender BBC verhafteten Dokumentarfilmer unterstützt hatte.

Das „Haus des Kinos“ hatte seit den Verhaftungen am vergangenen Sonntag in zwei Erklärungen „Respekt vor den Rechten Gefangener und Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften“ gefordert.

Behrouz Jafari, Parlamentsabgeordneter und Mitglied des parlamentarischen Kulturausschusses, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Fars News: „Das Haus des Kinos ist ein Berufsverband und hat sich in letzter Zeit mehr mit politischen Dingen beschäftigt als mit beruflichen Fragen. Daher sollten die Aufsichtsbehörden erwägen, der Organisation die Lizenz zu entziehen.“

„Das Haus des Kinos hat sich schon immer in die Politik eingemischt, indem es regimefeindliche Filme geehrt und Filmemacher unterstützt hat, die gegen das Regime agierten oder Verbrechen gegen die Sicherheit begingen“, ergänzte Jafari.

Hamidreza Taraghi von der konservativen Partei Motalefe Eslami bezeichnete die Unterstützung des Filmverbandes für „die mit BBC Persian in Verbindung stehenden“ Filmemacher ebenfalls als „einen klaren Beweis dafür, dass die Lizenz der Organisation entzogen und ihre Verwaltung überholt werden“ müsse.

Sattar Hedayatkhah, Sprecher des parlamentarischen Kulturausschusses, erklärte, die vom „Haus des Kinos“ herausgegebene Erklärung werde vom Ausschuss untersucht. „Diese Erklärung ist in Wirklichkeit keine Erklärung des Hauses des Kinos der Islamischen Republik, sondern eine Erklärung des Hauses des Kinos der alten britischen Kolonialmacht.“

Das „Haus des Kinos“ wurde 1987 gegründet und ist der größte Berufsverband für Filmschaffende in Iran. Finanziert wird es durch Zuweisung eines Anteils von 2 Prozent aller Kino-Erlöse. Seine Aufgabe besteht in der Verbesserung der Situation aller Beschäftigten im Filmgeschäft.

Ein Offizieller des „Hauses des Kinos“ wies die Kritik zurück und äußerte Bedauern darüber, dass „eine simple professionelle Verteidigung der offensichtlichsten Rechte der Mitglieder dieser Organisation sich zu einem großen politischen Streit ausgewachsen hat.“

Wenn alle rechtlichen Verfahren ordentlich eingehalten würden, sei der Vorstand zuversichtlich, dass die Filmemacher von allen Anklagen freigesprochen würden, fügte der Sprecher hinzu.

Am vergangenen Sonntag waren sechs iranische Filmemacher unter dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit BBC verhaftet worden. BBC hatte später erklärt, die Verhafteten seien zu keiner Zeit bei dem Sender beschäftigt oder angestellt gewesen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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