Iran wegen geplanter Hinrichtung eines Pastors international in der Kritik

Yousef Nadarkhani

Zamaaneh, 29. September 2011 – Iran gerät wegen der bevorstehenden Hinrichtung des wegen Apostasie zum Tode verurteilten iranischen Pastors Yousef Nadarkhani zunehmend in die Kritik.

Nach Berichten  von AFP hat der britische Außenminister William Hague Iran zur Aufhebung des Urteils gegen Nadarkhani gedrängt. Hague zeigte sich besorgt angesichts  von Berichten, nach denen die Hinrichtung Nadarkhanis unmittelbar bevorstehen könnte, nachdem dieser sich geweigert hatte, seinen christlichen Glauben aufzugeben und zum Islam zurückzukehren.

Gleichzeitig rief John Boehner, Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Iran auf, Nadarkhanis Leben zu verschonen: „Ich bitte die iranische Führung eindringlich, diesen dunklen Weg zu verlassen, Yousef Nadarkhanis Leben zu verschonen und ihn bedingungslos und endgültig freizulassen.“

Nadarkhani, ein iranischer Baptist, war mit seiner Frau zusammen im Oktober 2009 in der Stadt Rasht verhaftet worden. Beide waren vom Islam zum Christentum konvertiert.

Nadarkhani wurde wegen „Apostasie, Anstiftung von Muslimen zum Übertritt zum Christentum, Betreiben einer geheimen Kirche in seiner Wohnung und unverblümter Opposition zum Islam“ angeklagt.

Seine Verurteilung zum Tode wurde von einem Berufungsgericht der Provinz Gilan bestätigt. Im Juli gab der Oberste Gerichtshof jedoch bekannt, dass die Verurteilung zum Tode rückgängig gemacht würde, sollte Nadarkhani Reue zeigen.

Sein Prozess begann am Sonntag und dauerte bis gestern an. Nadarkhani weigerte sich bis zuletzt, seinem christlichen Glauben abzuschwören.

Die Reaktion des britischen Außenministers Hague: „Ich nehme mit Bedauern die Berichte zur Kenntnis, dass Pastor Yousef Nadarkhani, ein iranischer Kirchenführer, jederzeit hingerichtet werden könnte, nachdem er der Aufforderung des Obersten Iranischen Gerichtshofes, seinen Glauben abzulegen, nicht nachgekommen ist.“ Hague warf Iran vor, „nicht gewillt zu sein, Religionsfreiheit gemäß internationalen Verpflichtungen und Verpflichtungen gegenüber der eigenen Verfassung zu achten.“

Der 32jährige Nadarkhani war im Alter von 19 Jahren zum Christentum übergetreten und ist Pastor einer kleinen Gruppe von Missionaren, die sich „Kirche Irans“ nennt.

Sein Anwalt Mohamad Ali Dadkhah erklärte, weder das iranische Gesetz noch die Geistlichkeit habe jemals die Todesstrafe für den Übertritt vom Islam zum Christentum gefordert.

Die Aktivitäten der christlichen Missionare gelten in Iran als illegal; der Gouverneur von Teheran bezeichnete sie einmal als „verdorbene und abweichlerische“ Bewegung.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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