Wo ist Ahmadinejads Berater Esfandiar Rahim Mashaei?

Ahmadinejad (l.) und Mashaei

RFE/RL, 30. September 2011 – Die Rechte Hand des iranischen Präsidenten, Esfandiar Rahim Mashaei, soll angeblich wieder in Teheran sein. Über seinen Verbleib hatte es in den letzten Tagen viele Spekulationen gegeben.

Während US-amerikanische Medien ihre Aufmerksamkeit vergangene Woche vornehmlich auf den Besuch Mahmoud Ahmadinejads bei den Vereinten Nationen und seine üblichen umstrittenen Äußerungen gerichtet hatten, interessierten sich viele iranische Medien und Beobachter mehr für Mashaei.

Mashaei, der von Ahmadinejad-Gegnern als wichtigste Figur der sogenannten „Abweichlerbewegung“ bezeichnet wird – einer Bewegung, die angeblich versucht, die Rolle der Geistlichkeit in Iran zu schwächen – war zusammen mit dem iranischen Präsidenten nach New York gereist.

Innerhalb Irans hatte es Forderungen nach einer Verhaftung Mashaeis gegeben; viele interpretierten seine Reise nach New York als einen Versuch Ahmadinejads, diese zu verhindern.

Als Ahmadinejad am 27. September nach Teheran zurückkehrte, war sein Kabinettschef und engster Berater nirgends zu sehen.

Die halbamtliche Nachrichtenagentur Mehr News berichtete, dass Mashaei bei der Begrüßungszeremonie für Ahmadinejad am Flughafen Mehrabad nicht gesehen wurde.

Daraufhin überschlugen sich Spekulationen und Gerüchte, dass Mashaei in den Vereinigten Staaten geblieben sei, um den politischen Gefechten in Teheran zu entgehen. Eine Webseite behauptete sogar, dass der 51jährige Mashaei ein Sechsmonats-Visum für die USA benatragt habe.

Am 29. September schließlich berichtete die Webseite AsrIran, Mashaei sei in der iranischen Hauptstadt gesehen worden.

„Eine informierte Quelle, die bei der Begrüßungszeremonie für den Präsidenten zugegen war, berichtete unserem Reporter, dass Mashaei mit dem Präsidenten zusammen in einem Flugzeug gewesen sei. Er habe Mashaei am Flughafen Mehrabad aus der Maschine steigen sehen“, so der Bericht. Mashaei habe sich in New York von den Kameras fernhalten wollen. Die Gründe für diese „Geheimhaltungsspiele“ seien unklar, so AsrIran.

Viele glaubten, dass einzelne Regierungsmitglieder versuchen, die Aufmerksamkeit [der Öffentlichkeit] von dem aktuellen massiven Bankbetrugsfall abzulenken, so der Bericht weiter.

Die Gerüchte um Mashaei, dessen Name in Verbindung mit dem 2,6 Milliarden Dollar umfassenden Veruntreuungsskandal genannt wurde, scheinen Teil einer Kampagne von Ahmadinejads Gegnern gegen ihn und seinen engen Beraterkreis zu sein. Der Fall gilt als größter Betrugsskandal der iranischen Geschichte und hat für zusätzlichen Druck auf Ahmadinejad gesorgt, der sich infolge eines Machtkampfs mit dem iranischen obersten Führer und dessen Verbündeten bereits zunehmen isoliert hatte.

Golnaz Esfandiari

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Free Europe/Radio Liberty

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