Zusammenarbeit iranischer Filmemacher mit ausländischen Netzwerken „illegal“

Mohammad Mehdi Asgarpour

Zamaaneh, 5. Oktober 2011– Die Zusammenarbeit mit persischsprachigen Netzwerken außerhalb Irans ist nach Angaben des Iranischen „Hauses des Kinos“ illegal. Dies teilte die Organisation in einem Schreiben an die Vereinigung Iranischer Dokumentarfilmer mit.

Wie die Nachrichtenagentur Fars News berichtet, schreibt der Vorsitzende des „Hauses des Kinos“, die iranischen Justiz- und Kultureinrichtungen sähen diese Netzwerke als Teil des „feindlichen Imperiums“ an, das versuche, die „religiösen, nationalen und kulturellen Werte Irans mit einem ‚Sanften Krieg‘ zu zerstören.“

Die iranischen Behörden bezeichnen die Verbreitung von Kritik an der Islamischen Republik durch ausländische Medien, Filme und das Internet als „Sanften Krieg“ gegen das Regime.

Die Zusammenarbeit mit persischsprachigen Netzwerken im Ausland durch Überlassung von Filmen und kulturellen Produktionen werde als „Aktivität gegen die nationale Sicherheit und regimefeindliche Propaganda“ gewertet und als Sicherheitsvergehen behandelt, so Asgarpour weiter. Alle, die ihre Arbeiten bereits an derartige Netzwerke weitergegeben haben, rief Asgarpour auf, die Arbeiten zurückzurufen und jede Form der Zusammenarbeit einzustellen.

Er bestätigte zudem, dass die kürzlich in Iran inhaftierten Dokumentarfilmer mit solchen Netzwerken zusammengearbeitet hatten. Dies sei allerdings infolge der „Unkenntnis über die wahre Identität“ dieser Kanäle und „der Unwissenheit bezüglich der rechtlichen Vorschriften“ geschehen. Das „Haus des Kinos“ werde sich weiter um eine Lösung für die Situation der Inhaftierten bemühen.

Im September waren sechs iranische Filmemacher, deren Werke von persischsprachigen Dienst der BBC ausgestrahlt worden waren, festgenommen und der Zusammenarbeit [mit BBC] angeklagt worden.

Das „Haus des Kinos“ hatte unverzüglich mit Stellungnahmen reagiert und die Behörden zur „Einhaltung der Rechte“ der Verhafteten gedrängt. Viele Regierungsoffizielle forderten daraufhin die Auflösung der Berufsvertretung der Filmemacher.

Selbst Kulturminister Mohammad Hosseini zweifelte die Rechtmäßigkeit der Erklärungen der Organisation an.

Geheimdienstminister Heydar Moslehi erklärte, die Verhaftung der sechs Filmemacher sei erst der Beginn staatlicher Maßnahmen gegen Personen, die mit BBC Persian zusammengearbeitet haben. Er behauptete, die Inhaftierten hätten große Geldsummen für „Missionen gegen die nationale Sicherheit“ erhalten.

BBC verurteilte die Festnahmen und erklärte, der britische Sender habe keine Angestellten oder Mitarbeiter in Iran. Die inhaftierten Dokumentarfilmer seien  unabhängige Filmemacher, deren Arbeiten bei internationalen Festivals gezeigt worden seien. BBC habe lediglich die Rechte an ihren Arbeiten erworben, wie es im Filmgeschäft allgemein üblich sei.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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